US-Banken
Bilanz eines aufregenden Quartals

Mit JP Morgan und Wells Fargo legen heute die ersten US-Großbanken ihre Zahlen für das erste Vierteljahr vor. Analysten erwarten bescheidene Ergebnisse. Und klare Hinweise der Bosse darauf, wie es besser wird.
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WashingtonJamie Dimon ist kein Mann der leisen Töne. Die neuen Bankenregeln Basel III nannte der Chef der US-Großbank JP Morgan „anti-amerikanisch“, und erst vor zwei Wochen griff er auch die heimischen Finanzmarktreformen an.

Sie kämen „zur falschen Zeit“, schrieb Dimon an seine Aktionäre, Politiker verlangsamten dadurch die Erholung der Wirtschaft. Die strengeren Eigenkapitalregeln nach dem Dodd-Frank-Gesetz etwa verteuerten Kredite für Millionen Amerikaner.

Durch Wortmeldungen wie diese gilt Dimon – mit 23 Millionen Dollar im vergangenen Jahr Bestverdiener unter den Chefs der US-Großbanken – als der inoffizielle Sprecher der amerikanischen Finanzwirtschaft. Und durch schiere Masse seiner Bank: JP Morgan ist das nach Bilanzsumme größte Geldhaus Amerikas.

Deshalb gilt das breit aufgestellte Institut auch als Barometer für die gesamte Branche, wenn es am heutigen Freitag seine Geschäftszahlen für das erste Quartal vorlegt. Ebenfalls heute wird Konkurrent Wells Fargo berichten.  

Es waren ereignisreiche drei Monate, die Großbanken mussten sich einem Stresstest unterziehen und einigten sich mit der Regierung auf einen milliardenschweren Vergleich wegen vergangener Sünden auf dem Immobilienmarkt. Dazu drückte die Sorge vor einer Eskalation der europäischen Schuldenkrise auf die Stimmung. In Zahlen war das erste Quartal nach Schätzungen von Experten nicht eben das Erfreulichste.

Die Gewinne der Institute dürften laut einer Umfrage der Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Analysten um gut elf Prozent niedriger ausfallen als im Vorjahreszeitraum. Den Geschäftsbanken bereitet vor allem das Geschäft mit Privatkrediten noch Sorgen, auch wenn die Unternehmensdarlehen anziehen.

Laut Bloomberg lag das Kreditwachstum im ersten Vierteljahr 2012 bei mageren 0,4 Prozent – im vierten Quartal 2011 war es noch ein Prozent. Zu wenig angesichts eines erwarteten Wirtschaftswachstums von zwei Prozent zwischen Januar und März.

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