US-Banken
Citigroup verdient mehr als erwartet

Gestern hat bereits JP Morgan positiv überrascht, heute kann die Citigroup auf ganzer Linie überzeugen: Die US-Banken schlagen sich in einem schwierigen Umfeld besser als erwartet - das honoriert auch die Börse.
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New YorkDie Citigroup hat sich im zweiten Quartal deutlich besser geschlagen als erwartet. Der drittgrößte Finanzkonzern an der Wall Street steigerte seinen Nettogewinn um fast ein Viertel auf 3,3 Milliarden Dollar und übertraf damit die Schätzungen der Analysten deutlich. Hauptgrund waren geringere Verluste aus faulen Krediten. Die Einnahmen lagen bei 20,6 Milliarden Dollar und damit ebenfalls deutlich über den Prognosen, der Aktienkurs kletterte im vorbörslichen Handel um mehr als drei Prozent.

Nach mehreren Jahren mit keiner oder nur minimaler Dividende fühlt sich die in der Finanzkrise stark gebeutelte Bank sogar wieder stark genug, um eine nennenswerte Ausschüttung an die Aktionäre zu zahlen. „Wir rechnen damit, dass wir im kommenden Jahr wieder damit beginnen können, den Anteilseignern Kapital auszuschütten“, sagte Finanzvorstand John Gerspach. Die Bank habe Ende des Jahres auch unter den neuen Regeln für Finanzhäuser (Basel III) genügend Geld zur Verfügung.

Die Citigroup konnte damit die Hoffnungen mehr als erfüllen, die der Konkurrent JP Morgan Chase gestern geweckt hatte. Das Vorzeigeinstitut der Wall Street steigerte ihre Einnahmen um sieben Prozent und den Nettogewinn um 13 Prozent - weit mehr als Analysten vorhergesagt hatten. Der Aktienkurs der Bank legte daraufhin kräftig zu. Die übrigen Wall-Street-Größen Bank of America, Goldman Sachs und Morgan Stanley werden nächste Woche ihre Zahlen vorlegen.

Experten hatten nur geringe Erwartungen an die Geschäftsberichte der großen US-Banken. Das Umfeld der Institute hat sich in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert: Die US-Wirtschaft lahmt, der Immobilienmarkt kriselt und die europäische Schuldenkrise verunsichert die Märkte. Vor allem das Handelsgeschäft der Institute leidet unter der Verunsicherung der Anleger - wenn diese sich mit Käufen und Verkäufen zurückhalten, entgehen den Banken Gebühren für die Abwicklung.

Experten gehen deshalb davon aus, dass die großen Wall-Street-Banken im ersten Halbjahr 2011 einen Umsatzrückgang um zehn Prozent hinnehmen müssen. Die Gewinne dürften sich zwar besser entwickeln, aber nicht gut genug, um den hohen Ansprüchen der Institute und der Märkte gerecht zu werden. In mehreren Banken werden Berichten zufolge deshalb bereits Entlassungen im größeren Stil vorbereitet.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

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