US-Banken
Citigroup versagt beim Stresstest

Die US-Notenbank hält die Stress-Szenarien der Citigroup nicht für ausreichend. Sie beschert der US-Großbank damit eine Blamage und schickt die Aktie ins Minus. Auch europäische Banken stehen am Pranger.
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Die US-Notenbank Fed hat am Mittwoch die aktuellen Pläne des Wall-Street-Instituts für Dividenden und Aktienrückkäufe abgelehnt. Auch die US-Sparten der europäischen Institute HSBC, RBS und Santander sowie die amerikanische Zions Bancorp müssen ihre Dividenden- oder Aktienrückkauf-Vorhaben nachbessern, wie die Fed am Mittwoch entschied. Das bedeutet für die Geldhäuser, dass sie sich im Buhlen um die Gunst der Anleger stärker zurückhalten und mehr Geld für eigene Zwecke einbehalten müssen.

Die Citigroup habe zwar ihr Risiko-Management verbessert, erklärte die Fed. Sie könne aber nicht gut genug darlegen, wie sich belastende Szenarien in der Welt auf ihre Einnahmen- und Gewinnsituation auswirken würden. Die Bank hatte neben einer Dividendenerhöhung ursprünglich geplant, den Aktienrückkauf auf 6,4 Milliarden Dollar aufzustocken.

Es ist das zweite Mal binnen drei Jahren, dass die Fed dem sogenannten Kapitalplan der Citigroup die Zustimmung verweigert. Die Aktie des Instituts fiel im nachbörslichen Handel 4,5 Prozent. Citigroup-Chef Michael Corbat erklärt, er sei zutiefst enttäuscht über die Fed-Entscheidung. Im vergangenen Jahr hatte die US-Notenbank der Citigroup einen Aktienrückkauf in Höhe von 1,2 Milliarden Dollar genehmigt.

Unmittelbar nach dem Fed-Bericht kündigten Morgan Stanley und American Express Programme für einen Aktienrückkauf an. Im Vorjahr hatte mit JPMorganChase und Goldman Sachs zwei Schwergewichte der Branche der Bannstrahl der Fed getroffen. Erst im Dezember wurden ihre abgespeckten Kapitalpläne gebilligt.

Die Prüfung der geplanten Auszahlung von Dividenden und Aktienrückkäufen ist der zweite Teil des Gesundheitschecks für die 30 größten Geldhäuser. In der ersten Stufe waren sie in einem Stresstest auf Herz und Nieren geprüft worden. Mit der Zions Bancorp fiel lediglich ein nicht zu den Branchenführern zählendes Institut durch.

Der Stresstest ist eine Lehre aus der Finanzkrise, in der Großbanken wie die Citigroup und die Bank of America vom Staat gerettet werden mussten. Bei dem Test prüfte die Notenbank, ob die Institute einem Schock für das Finanzsystem und einen Einbruch der Wirtschaft verkraften können. Dabei unterstellte sie, dass die Banken keine Dividenden ausschütten. In der zweiten Stufe prüfte die Notenbank nun die tatsächlich vorliegenden Kapitalpläne.

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Citigroup versagt beim Stresstest

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Eher symbolische Dividenden

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  • Haben Sie schon einmal versucht 1 kg Kartoffeln und 3,80 € zu addieren?

    Kämen Sie auf einen solchen Gedanken?

  • Es gibt mehrere Facetten an dieses Thema heranzugehen.

    Da gibt es einmal neben dem Ergebnis aus "besagtem Stresstest" und zum anderen die Herangehensweise.

    Es ist bekannt, dass Banken unter zu Hilfenahme ihrer Risikomodelle zu äußerst ungewöhnlich abweichenden Ergebnissen kommen. Auf Basis dieser von den Banken auf total unterschiedlicher Risikomessung führt dann die "Bankenaufsicht" einen Vergleich durch, spricht öffentlich darüber und tadelt das eine oder andere Ergebnis.

    Die Vorgehensweise ist so, als wenn Sie den Klempner rufen, die defekte Steckdose zeigen und die Malerarbeiten anschließend kommentieren.

    Werfen wir den Blick auf das eigene Risikomodell der Bankenaufsicht selbst, lassen wir die internen Risikomodelle einmal außen vor.

    Die Bankbilanz enthält unterschiedliche Positionen der Geldanlagen. Alle können in ihrem Wert schwanken.

    Schauen wir uns die Position Forderungen an. Denken wir an Forderungen gegenüber Staaten und da exemplarisch an das Beispiel Griechenland. Nach Vorgabe der Bankenaufsicht stellen Forderungen an Staaten kein Ausfallrisiko dar, sind sicher. Das mag man hinnehmen, wenn niemand weiß, dass eine derartige Annahme vollkommener Schrott ist.

    Sehen Sie wir brauchen nicht einmal über den "Schrott" der Risikomodelle der Banken (und Versicherungen) zu sprechen, der eigene Horizont der Bankenaufsicht hinsichtlich ihres Risikoverständnisses ist bereits "Schrott".

    Ist dann noch legitim und seriös mit solchen Nachrichten seitens der Behörden an die Öffentlichkeit zu treten?

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