US-Banken
Das Drama beginnt

Euro-Krise, schwache Konjunktur, neue Finanzmarktregeln: Die US-Banken haben schon bessere Zeiten erlebt. Heute eröffnet JP Morgan die Quartalssaison - dann wird sich zeigen, wie es wirklich um die Institute steht.
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Die Zeiten könnten wirklich besser sein für Amerikas Großbanken, die in diesen Tagen ihre Quartalszahlen präsentieren. Abgesehen davon, dass sie als Hauptziel der Demonstranten von „Occupy Wall Street“ täglich schlechte Presse bekommen, musste die Branche allein diese Woche schon zwei Tiefschläge verkraften. 

Am Dienstag präsentierten Regulierungsbehörden einen 298 Seiten dicken Entwurf, der die Spekulation  der Banken auf eigene Rechnung deutlich einschränken wird. Diese als „Volcker-Regel“ bekannt gewordenen Fesseln für den Eigenhandel könnten die Großbanken mindestens zwei Milliarden Dollar an Einnahmen pro Jahr kosten, schätzen Analysten. Es werde damit künftig „schwieriger, die Kunden zufriedenzustellen“,  sagt Frank Keating, Chef des Lobbyverbandes American Bankers Association. Außerdem könnte es „die Wirtschaft weiter schwächen“.

Am Montag hatte es eine weitere Hiobsbotschaft gegeben. Nach einer Prognose des New Yorker Stadtkämmerers Thomas DiNapoli wird die Wall Street in den kommenden zwölf Monaten bis zu 10.000 Stellen einsparen. Gleichzeitig werden Boni und Gehälter weiter sinken, sind sich Experten sicher. „Die Banken reden von signifikanten Entlassungen und niedrigeren Gehältern“, sagt Kathryn Wilde, Präsidentin des Firmenverbands Partnership for New York.

Der Grund für die Misere im dritten Quartal ist - neben der schwachen US-Konjunktur - die Zurückhaltung der wegen der Euro-Krise verunsicherten Kunden im Kapitalmarktgeschäft. Nach Schätzungen von Goldman-Sachs-Analyst Richard Ramsden ist es im dritten Quartal branchenweit um 35 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig drohten den Banken hohe Belastungen aus Abschreibungen, weil europäische Banken Wertpapiere verkaufen, um sich Liquidität zu verschaffen.

Wie heftig dies die Banken tatsächlich trifft, zeigt sich erstmals am heutigen Donnerstag, wenn JP Morgan seine Zahlen vorlegt. Die bislang am besten durch die Krise gekommene US-Bank dürfte laut Analystenschätzungen in der Lage gewesen sein, die Belastungen aus dem Kapitalmarkt zu kompensieren und so den Gewinnrückgang in Grenzen zu halten.

Kommentare zu " US-Banken: Das Drama beginnt "

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  • "Der Grund für die Misere im dritten Quartal ist"

    Ist aber auch schlimm, wenn die Banken noch immer Plus schreiben, aber das Plus nicht mehr ganz so hoch in den Milliarden ist....

    TOTAL die Misere!!!!!! ;-)

  • „Occupy Wall Street“ kann doch auch nichts ausrichten...
    auch wenn da 5 Millionen Leute stehn, ist das alles ohne
    Hoffnung, der Kapitalismus ist der Untergang der Menschheit.

  • Führung durch Angst erzeugen ist das Führungsprinzip der Plutokratie!
    Angst macht Blind und Taub!
    http://steuerembargo.co.de/news/21-betrugsmodell-finanzsystem.html

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