US-Banken
JP Morgan wirft tausend Banker raus

Amerikas zweitgrößte Bank hat die Berichtssaison der US-Geldinstitute eröffnet: Der Gewinn sank im dritten Quartal um vier Prozent. Vor allem das Investmentbanking schwächelt. Jetzt müssen viele Banker um ihre Jobs fürchten.

New YorkDie Schatten der Euro-Schuldenkrise reichen über den Atlantik: Die US-Großbank JPMorgan Chase bekommt die Flaute im Investmentbanking deutlich zu spüren. Die Erlöse im Kapitalmarkt-Geschäft schrumpften im dritten Quartal um fast ein Drittel, obwohl die Bank sich weltweit auf Platz eins der größten Investmentbanken behauptete.

Unternehmen zögern wegen der Unsicherheit mit Übernahmen oder Kapitalerhöhungen. Im Handel mit Aktien und Anleihen büßte die Bank 14 Prozent ein. In den nächsten eineinhalb Jahren sollen nun 1000 Investmentbanker gehen, wie Vorstandschef Jamie Dimon am Donnerstag ankündigte. Bei Banken stehen wegen der Krise zehntausende Stellen auf der Kippe.

3Q2011Veränderung zum Vorjahr
Zinsüberschuss (in Mio. Dollar)11.817-5,5
Handelsergebnis1.370-41,5
Erträge Investmentbanking1.052-28,7
Einnahmen Kreditkartengeschäft1.66612,8
Nettogesamterträge23.763-0,3
Risikovorsorge im Kreditgeschäft2.411-25,2
Nettoergebnis4.262-3,5
Gewinn je Aktie in Dollar 1,021,0
Eigenkapitalrendite in %9,0-1
Tier1-Ratio In %12,10,2

Insgesamt sank der Gewinn um vier Prozent. Das Nettoergebnis lag bei 4,3 Milliarden Dollar, im Vorjahreszeitraum waren es noch 4,4 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie betrug 1,02 Dollar, Analysten hatten im Durchschnitt mit 0,91 Dollar gerechnet. Die Einnahmen summierten sich auf 24,4 Milliarden Dollar.

Dass das Gesamtergebnis trotz Schwächen im Investmentbanking beinahe stabil geblieben ist, war einem milliardenschweren Buchhaltungseffekt und einem gut laufenden Privatkundengeschäft zu verdanken, wie Bankchef Jamie Dimon selbst einräumte.

Die Anleger reagierten dennoch enttäuscht: Die Papiere des Geldhauses sanken vor Börsenöffnung zeitweise um 1,72 Prozent.

Im Sommer hatte JP Morgan unter Konzernchef Jamie Dimon die Analysten noch erfreut. Die US-Großbank übertraf ihre Erwartungen und steigerte ihre Erlöse im zweiten Quartal um sieben Prozent auf 27,4 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn legte um 13 Prozent zu und lag mit 5,4 Milliarden Dollar ebenfalls klar über den Erwartungen. Vor allem die sinkende Vorsorge für faule Kredite verhalf der Bank zu dem Ergebnisplus.

Die schwache Konjunktur sowie neue, strengere Finanzmarktregeln bieten derzeit nicht gerade das beste Umfeld für die Banken. Die Euro-Krise tut ihr übriges. JP Morgan sei mit 15,1 Milliarden Dollar in den angeschlagenen EU-Ländern engagiert, teilte die Bank mit. Das Institut bezifferte seine Kernkapitalquote nach dem neuen Regelwerk Basel III mit 7,7 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin
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