US-Bankenaufsicht
Wall Street bekommt mächtige Gegnerin

Sie gilt als eine eine der lautesten Kritiker der Großbanken: Die neu gewählte US-Senatorin Elizabeth Warren wird wohl bald in den Bankenausschuss berufen. Damit bekommt die Wall Street eine mächtige Gegenspielerin.
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New YorkDie Lobbyisten der Wall Street scheint zum Ende dieses Jahres das Glück verlassen zu haben. Erst verliert ihr Wunschkandidat, der Republikaner Mitt Romney, Anfang November die Präsidentschaftswahl gegen Barack Obama. Am selben Abend dann geschieht im Bundesstaat Massachusetts eine Sensation: Die prominente Banken-Kritikerin und Harvard-Professorin Elizabeth Warren gewinnt haushoch das Rennen um einen Sitz im Senat in Washington.

Jetzt muss die Branche gleich noch einmal stark sein: Die 63-jährige Finanzexpertin soll offenbar einen frei werdenden Platz im mächtigen Bankenausschuss des Senats bekommen. Das berichteten am Dienstag übereinstimmend das „Wall Street Journal“ , die Finanznachrichtenagentur Bloomberg und die „Huffington Post“ unter Berufung auf Mitarbeiter der demokratischen Partei.

Eine offizielle Bestätigung gab es nicht, gleichwohl rechneten viele mit der Nominierung. Liberale Gruppen wie Moveon.org und linke Demokraten hatten sie erhofft – die Wall Street hatte sie gefürchtet. Gerade in einer Zeit, in der viele neue Beschränkungen drohen – etwa aus dem noch immer nicht vollständig umgesetzten Mammut-Gesetzeswerk Dodd-Frank oder den internationalen Kapitalregeln Basel III – bekommt die Branche ein Gegenüber im Parlament, das sie überhaupt nicht gebrauchen kann.

Die scharfe Kritikerin nimmt kein Blatt vor den Mund. Unvergessen ist etwa Warrens umjubelte Rede beim Parteitag der Demokraten im August im US-Bundesstaat North Carolina: „Die Chefs der Wall Street, dieselben, die unsere Wirtschaft zertrümmert und Millionen von Jobs vernichtet haben, sie stolzieren immer noch um den Kongress herum“, schimpfte sie damals. Ohne Scham seien sie, verlangten, dass man ihnen Gefallen tue und verhielten sich so, „als müssten wir ihnen dankbar sein“. Noch am 5. November, dem Vorabend der Wahl, forderte Warren bei einem Wahlkampfaufritt, die Macht der Großbanken weiter zu beschränken.

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  • Tja, das regt zum Nachdenken an. Wie schaffen es die Amerikaner, daß eine solche Persönlichkeit und ausgewiesene Fach-"Männin" in direkter Wahl Senatorin wird? Wenn man da an das deutsche Wahlrecht (Listenplätze) und an die Qualität unserer weitgehend verbeamteten Abgeordneten denkt, oh je. Man kann über die US-Demokratie denken was man will und teure und quasi permanente Wahlkämpfe, gerrimandering und geringe Wahlbeteiligung kritisieren, das Ergebnis ist dann insgesamt trotzdem überzeugend.

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