US-Börsenaufsicht und Manipulationen Barclays und Credit Suisse schließen Millionen-Vergleich

Die US-Börsenaufsicht hat sich mit Barclays und Credit Suisse auf einen Vergleich geeinigt. Den Banken wurde vorgeworfen, Investoren falsch über den Betrieb ihrer privaten Handelsplattformen informiert zu haben.
Barclays und Credit Suisse haben sich mit den Amerikanern auf einen Millionen-Vergleich geeinigt. Quelle: ap
Vergleich mit Börsenaufsicht

Barclays und Credit Suisse haben sich mit den Amerikanern auf einen Millionen-Vergleich geeinigt.

(Foto: ap)

Barclays und Credit Suisse haben sich mit dem obersten New Yorker Staatsanwalt und der US-Börsenaufsicht Securities and Exchange Commission (SEC) auf einen Vergleich geeinigt. Damit ist die Auseinandersetzung in der Frage beigelegt, die beiden Banken hätten Investoren fehlgeleitet über die Art und Weise, wie sie die privaten Handelsplattformen betrieben haben.

Barclays wird 70 Millionen Dollar (64,5 Millionen Euro) zahlen, zu gleichen Teilen aufgeteilt an die beiden Behörden. Das sei die höchste je verhängte Buße für Betreiber eines Dark Pools, hieß es in einer Mitteilung der SEC am Sonntag. Credit Suisse werde 84,3 Millionen Dollar zahlen, hieß es weiter. Davon entfallen 24,3 Millionen Dollar an die SEC für Gewinnabschöpfungen und aufgelaufene Zinsen, der Rest der Buße geht zu gleichen Teilen an die beiden Behörden.

Diese Banken sind groß – und daher gefährlich
Klasse 1
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Der Finanzstabilitätsrat teilt die Banken in fünf Klassen ein. In der ersten Klasse befinden sich laut der vorgesellten Liste 18 Banken, die nicht als besonders systemrelevant gelten – eine mehr als im Vorjahr. Sie müssen nur ein Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Unter diesen nicht besonders gefährlichen Banken befinden sich Geldhäuser wie die Schweizer Großbank UBS, die Société Générale, die Santander, Credit Agricole, die Royal Bank of Scotland und die Bank of China. Neu hinzugekommen in diese Gruppe ist die US-Bank Morgan Stanley, die im Vorjahr noch einen höheren Kapitalpuffer vorhalten musste.

Klasse 2 – Morgan Stanley
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Die amerikanische Großbank Morgan Stanley landet auf Platz 11. Sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Seit der weltweiten Finanzkrise konzentriert sich Morgan Stanley stärker auf die Vermögensverwaltung. Damit soll das Geschäft weniger schwankungsanfällig werden.

Klasse 2 – Mitsubishi UFJ FG (MUFG)
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Die Mitsubishi UFJ FG (MUFG) muss ebenfalls 1,5 Prozent Kapital als Zuschlag vorhalten. Zu der japanischen Holdinggesellschaft gehört die Bank of Tokyo-Mitsubshi UFJ. Die Bankengruppe gehört im japanischen Leitindex Nikkei neben Toyota, Toshiba und Sony zu den Schwergewichten. Japanische Banken wie die MUFG profitieren derzeit von der extrem expansiven Geldpolitik der japanischen Notenbank. Sie erzielen bessere Ergebnisse als ihre schwächelnden Konkurrenten in Europa.

Klasse 2 – Goldman Sachs
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Auch die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs wird als „systemisch“ eingestuft, sie muss 1,5 Prozent Kapitalzuschlag vorhalten. Im Sommer litt die Bank unter der Flaute an den Märkten. Ein florierendes Beratungsgeschäft bei Fusionen und Übernahmen (M&A) konnte das dritte Quartal nicht retten: Der Nettogewinn brach um mehr als ein Drittel ein.

Klasse 2 – Credit Suisse
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Die zweitgrößte Schweizer Großbank Credit Suisse gilt als gefährlicher als ihr Konkurrent UBS. Der neue Chef der Bank, Tidjane Thiam, baut das angeschlagene Institut derzeit kräftig um. Er kündigte eine Kapitalerhöhung, einen Sparplan und einen Vorstandsumbau an. Aufschlag: 1,5 Prozent.

Klasse 2 – Bank of America
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Das größte Kreditinstitut der USA, die Bank of America, landet auf Platz 7 (Aufschlag: 1,5 Prozent). Die Bank hat die Finanzkrise überstanden und schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen.

Klasse 3 – Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank ist das einzige deutsche Geldhaus, das vom Finanzstabilitätsrat als systemrelevant eingestuft wird. Sie muss zwei Prozent Kapital vorhalten. Der britische Neu-Chef John Cryan greift momentan durch und zeigt mit einem umfangreichen Stellenabbau und dem Streichen der Dividende Härte.

Im Kern der Auseinandersetzung ging es um die Frage, ob die Banken ihren Kunden ausreichend Angaben zum Handel in ihren Dark Pools gemacht hatten. Barclays hatte Kunden gegenüber falsch dargestellt, wie die Überwachung des Dark Pools für Hochfrequenzhandel erfolgte, heißt es in der Mitteilung weiter. Credit Suisse habe Aufträge systematisch an den eigenen Dark Pool weitergeleitet, aber gegenüber Kunden erklärt, es erfolge keine bevorzugte Behandlung eines bestimmten Handelsplatzes, nach Angaben von Eric Schneiderman, Generalstaatsanwalt des Bundesstaats New York.

„Diese Fälle stellen den ersten größeren Sieg dar im Kampf gegen betrügerisches Verhalten im Handel mit Dark Pools, der begann, als wir erstmals gegen Barclays einen Prozess anstrengten: koordiniertes und angriffslustiges Vorgehen der Regierung, Eingeständnis, rechtswidrig gehandelt zu haben und bedeutsame Reformen, um Investoren vor räuberischen Hochfrequenzhändlern zu schützen“, sagte Schneiderman. „Wir werden weiter den Kampf führen mit jenen, die darauf aus sind, das System zu umgehen und jenen, die einfach wegschauen.“

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Barclays einigte sich auf Beilegung der Klagen
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