US-Ermittlungen
Iran-Geschäfte könnten für Commerzbank teuer werden

Die Commerzbank muss für Geschäfte mit dem Iran womöglich einen Vergleich eingehen. US-Behörden prüfen, ob die Coba gegen Sanktionen verstoßen hat. Es ist die zweite deutsche Bank, die ins Visier der Ermittler gerät.
  • 20

Frankfurt/LondonDie beiden größten deutschen Banken stehen wegen ihrer Geschäfte mit dem Iran im Visier der US-Behörden. Das Vorgehen der USA gegen internationale Großbanken wie die Deutsche Bank rückt die Ermittlungen gegen die Commerzbank wieder ins Blickfeld. Die New Yorker Staatsanwaltschaft und andere Behörden der USA ermitteln seit zwei Jahren, ob die zweitgrößte deutsche Bank mit Dollar-Transaktionen gegen die US-Embargos gegen den Iran und andere Staaten verstoßen hat.

Die Commerzbank wappnet sich für einen möglicherweise kostspieligen Vergleich, wie aus einem juristischen Vermerk in mehreren Börsenprospekten hervorgeht. Dort ist die Rede davon, dass eine außergerichtliche Einigung "erheblich negative" Folgen für die Finanzen der Bank haben könnte.

Auch die Royal Bank of Scotland (RBS) ist im Zuge der Ermittlungen wieder in den Schlagzeilen: Nach einem Bericht der "Financial Times" hat ein Risikomanager die Bank infolge einer internen Untersuchung der Fälle verlassen. Die britische Bank nahm dazu keine Stellung. Sie hatte bereits 2010 eine halbe Milliarde Dollar gezahlt, um ähnliche Vorwürfe gegen ihre 2007 gekaufte Tochter ABN Amro aus dem Weg zu räumen.

Ihr britischer Rivale Standard Chartered hatte für einen Vergleich mit den US-Behörden in Sachen Iran kürzlich 340 Millionen Dollar gezahlt, die niederländische Bank ING im Juli sogar 619 Millionen. Auch die Deutsche Bank ist deswegen ins Visier der US-Ermittler geraten.

Bei der Commerzbank läuft ebenfalls bereits seit 2010 eine interne Untersuchung, ob es bei Transaktionen zu Verstößen gegen die Iran-Sanktionen gekommen sein könnte, die über die USA in Dollar abgewickelt wurden. Die US-Behörden hätten die Bank darum gebeten, hatte Firmenkunden-Vorstand Markus Beumer im November 2010 bereits eingeräumt.

Ergebnisse liegen bisher nicht vor, wie ein Sprecher am Mittwoch sagte. Das Neugeschäft mit dem Iran hat die Commerzbank nach eigenen Angaben 2007 eingestellt, drei Jahre später wurde auch die Vertretung in Teheran geschlossen.

Seite 1:

Iran-Geschäfte könnten für Commerzbank teuer werden

Seite 2:

Vorladungen der Behörden erhalten

Kommentare zu " US-Ermittlungen: Iran-Geschäfte könnten für Commerzbank teuer werden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Seit 2010 läuft bei der Commerzbank eine interne Untersuchung.

    Merkwürdig ist nur, dass jetzt im Jahr 2012 diese negative Nachricht platziert wird. Und wenn nicht aus der jüngsten Vergangenheit werden eben schlechte Nachrichten aus der Gruft vor 100 Jahren ans Tageslicht ausgegraben. Immer eine schlechte Nachricht parat um den Aktienwert für die Großaktionäre wie gewünscht zu steuern.

    Diese Aktienmanipulation ist eine kriminelle Sauerei gegen das Unternehmen der Commerzbank.

  • "Ein Sprecher bestätigte, dass die Bank 2010 von verschiedenen US-Behörden gebeten worden sei, bestimmte Dollar-Geschäfte zu prüfen mit Ländern, gegen die Sanktionen verhängt worden sind."

    Ja und? Wenn die Commerzbank diesbezüglich Geschäfte getätigt hat, und alles i. O. war, muß sich doch niemand Gedanken machen, und wenn nicht, kostet es eben.
    In diesem Fall eben auch eine Bank, die a. schon teilverstaatlicht werden mußte, und b. mit Privatkunden wenig am Hut hat, obwohl sie mit den staatlichen Geldern mehr als Kapitalgeber für den Mittelstand zur Verfügung stehen sollte. Und die dauernd als Analysten in den Medien gehört wird. Da machen die Aktienkurse auch nichts mehr aus :), man hört eben auf Fachleute.
    Eigentlich könnte doch jetzt gerade diese Bank etwas zu den Bonitätsprüfungen beitragen, und einen Konzeptvorschlag entwickeln wie man sich von diesen US-Ratings endlich befreien kann. So bekommt der Steuerzahler vielleicht auch mal was sinnvolles zurück. Denn mit den Strukturen und Gegebenheiten in den USA kennen sich deutsche Bank und Coba ja bestens aus. So sollten sie zumindest wissen, wie man es eben nicht macht.

  • Die Ami-Kriegstreiber fuehren diesmal einen Wirtschafts- und Waehrungskrieg gegen Europa, mit ihren "Rating-Agenturen" als wichtigste Waffe. Anstaendige Europaeer sollten daher US-Firmen boykottieren und damit jede finanzielle Unterstuetzung dieser Verbrecher vermeiden. Kein McDonalds/Burger-King, keine Pepsi/Coca-Cola, keine Marlsboro, keine Levis, kein Microsoft, keine Apple-Produkte. Es gibt fuer alle Ami-Produkte gute und bessere Ersatz-Produkte aus Asien oder Europa - und da klebt kein Blut dran...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%