Amazon-Zentrale in Seattle

Amazon-Gründer Jeff Bezos kooperiert mit Investmentlegende Warren Buffett und JP-Morgan-Chef Jamie Dimon.

(Foto: Reuters)

Amazon, Berkshire Hathaway, JP Morgan Warum Amazon eine Krankenkasse gründet

Amazon, JP Morgan und Berkshire Hathaway wollen die Gesundheitsversorgung ihrer Mitarbeiter selbst übernehmen. Sie kündigten die Gründung eines eigenen Unternehmens an, um die Gesundheitskosten für ihre Beschäftigten zu senken.
Update: 30.01.2018 - 14:39 Uhr 4 Kommentare

New YorkDie Nachricht kam völlig überraschend. Mit Amazon, Berkshire Hathaway und JP Morgan haben sich drei der mächtigsten Vorstandsvorsitzenden der USA zusammengetan, um den großen Krankenversicherern Konkurrenz zu machen. Gemeinsam wollen sie ein Unternehmen gründen, das die Gesundheitskosten für ihre mehr als 1,1 Millionen Mitarbeiter senken soll. Die Aktienkurse der Krankenversicherer brachen nach der Ankündigung vorbörslich deutlich ein. Amazon ist der größte US-Internethändler, Berkshire Hathaway die Holding von Investmentlegende Warren Buffett und JP Morgan die größte US-Bank nach Vermögenswerten.

Mit dem Vorstoß tun sich drei Riesen-Konzerne zusammen, um die teuren Mittelsmänner im amerikanischen Gesundheitssystem auszuschalten. Schließlich sind es nicht nur die hohen Arzt- und Pharmapreise, die die Kosten in den USA in absurde Höhen schnellen lassen. Es sind auch die auf Profit ausgerichteten Krankenversicherer und die so genannten Pharma Benefit Manager, die die Kosten treiben. Letztere sind eigentlich dafür da, bessere Deals mit den Pharmaherstellern für die Versicherer auszuhandeln. Doch auch sie wollen ein Stück vom Kuchen und kosten in den Augen vieler Kritiker mehr als sie bringen.

Das neue Unternehmen soll keinen Profit machen. „Die sich immer mehr aufblasenden Gesundheitskosten agieren wie ein hungriger Bandwurm in der amerikanischen Wirtschaft“, teilte der Investment-Guru und CEO von Berkshire Hathaway, Warren Buffett, mit. Alle drei Unternehmen stellen hochrangige Top-Manager für die Aufgabe ab. Für Buffett wird der Investment Officer Todd Combs für das neue Unternehmen arbeiten. JP Morgan schickt Marvelle Sullivan Berchtold und Amazon Beth Galetti.

Weder Managementstruktur noch Unternehmenssitz oder weitere Details wurden bislang bekannt gegeben. Laut der Pressemitteilung soll sich das Unternehmen zunächst vor allem um technologische Lösungen kümmern. Aber mittelfristig könnte diese Lösung nicht nur bei den drei Beteiligten die Krankenversicherer ausschalten. Diese Sorge teilten auch die Investoren der Krankenversicherer: CVS und United Health brachen um sieben Prozent ein, Aetna um vier Prozent. Der Zwischenhändler (Pharmacy Benefit Manager) ExpressScripts verlor vier Prozent.

„Unsere drei Unternehmen haben besondere Ressourcen und unserer Ziel ist es, Lösungen zu schaffen, die unseren US-Arbeitnehmer, ihren Familien und potentiell allen Amerikaner zugute kommen“, kommentierte der JP Morgan-Chef Jamie Dimon das Projekt.

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4 Kommentare zu "US-Gesundheitssystem: Amazon, Berkshire Hathaway und JP Morgan gründen Krankenkasse"

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  • Die Amis scheinen derzeit einen wirklich "lauf" zu haben. Obama-Care ist/war zu teuer zu restriktiv. Für Trump könnte e nicht besser laufen

  • "Das neue Unternehmen soll keinen Profit machen". Um von einem solchen Unternehmen finanziell und anderweitig zu profitieren muss es selbstverständlich nicht selbst Gewinn machen. Man denke dabei nur an die ganzen qualifizierten Angestellten, die sich beispielsweise für Amazon als Arbeitgeber entscheiden anstatt für andere. Zudem kann man die Krankenversicherung dann selbst kontrollieren, was zusätzlich Kosten spart und die Beteiligten mit noch mehr Macht ausstattet.
    Von keinem Profit zu sprechen ist daher mehr als falsch

  • Dieser Tritt sitzt ganz, ganz tief im verlängerten Rückgrat von Trump.

  • Das finde ich gut.

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