US-Großbank
Bank of America verdreifacht Jahresgewinn

Mehr als drei Milliarden Dollar Gewinn – das vierte Quartal ist für die Bank of America im Vergleich zum Vorjahr glänzend gelaufen. Auch im kompletten Geschäftsjahr steht ein großes Plus.
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New YorkWeniger faule Kredite, geringere Hypotheken-Verluste und ein brummendes Investmentbanking: Die Bank of America ist mit dem Jahres-Endspurt 2013 rundum zufrieden. Der Gewinn hat sich im vierten Quartal auf 3,18 (Vorjahr: 0,37) Milliarden Dollar verachtfacht, wie die zweitgrößte Bank der USA am Mittwoch mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte die Bank of America noch rund fünf Milliarden Dollar Belastungen in der Hypothekensparte wegstecken müssen.

Im Gesamtjahr kletterte der Gewinn auf 11,4 Milliarden von 4,2 Milliarden Dollar. Die schon 2013 gut gelaufene Aktie stieg zum Handelsauftakt an der Wall Street um drei Prozent, nachdem die Bank - wie zuvor schon JP Morgan und Wells Fargo – die Analystenerwartungen im Quartal übertraf.

"Unser Kapital und unsere Liquidität sind auf Rekordniveau, die faulen Kredite sind auf einem Tiefststand, wir liegen mit unseren Sparanstrengungen im Plan, und unser Geschäft ist gut in Schwung", resümierte Finanzchef Bruce Thompson. Bank-of-America-Chef Brian Moynihan trimmt das Institut seit seinem Amtsantritt 2010 auf Sparkurs und will die Kosten um acht Milliarden Dollar senken. Ende des Jahres arbeiteten für die Bank of America 244.000 Menschen, neun Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die Bank, die mit einem großen Privatkundengeschäft und dem Investmentbanking ähnlich wie die Deutsche Bank als Universalbank aufgestellt ist, profitierte von der Erholung auf dem privaten Immobilienmarkt in den USA und der verbesserten Konjunktur. Die Rückstellungen für Kreditausfälle fielen im vierten Quartal auf 336 Millionen Dollar - ein Jahr zuvor waren es noch 2,2 Milliarden gewesen. Allein in den drei Monaten von Oktober bis Dezember konnte die Bank 1,2 Milliarden Dollar an Rückstellungen auflösen.

Die Verluste in der Hypotheken-Sparte wurden im vierten Quartal auf 1,1 Milliarden von 3,7 Milliarden Dollar eingegrenzt. Sie sind überwiegend die Nachwehen der Übernahme des Immobilienfinanzierers Countrywide Financial 2008, auf dem Höhepunkt der Finanzkrise. Für die Beilegung von Rechtsstreitigkeiten aus der Zeit hat die Bank mittlerweile mehr als 45 Milliarden Dollar gezahlt, im vierten Quartal gab sie 2,3 Milliarden Dollar für juristische Fälle aus.

Zwischenzeitlich hatte die Bank vom Run der Amerikaner auf billigere Wohnungsbaukredite profitiert - doch dieser ist nun abgeebbt: Zwischen Oktober und November wurden Baukredite für nur noch 13,5 Milliarden Dollar verkauft. Ende 2012 waren es noch 21,5 Milliarden. Die Zinsmarge stieg im Vergleich zum Vorquartal leicht auf 2,46 von 2,44 Prozent.

Im Investmentbanking stiegen die Einnahmen der Bank um neun Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. JP Morgan hatte dem Geschäftsbericht vom Dienstag zufolge dagegen leichte Einbußen hinnehmen müssen. Der Bank of America, zu der die Investmentbank Merrill Lynch seit der Finanzkrise gehört, kamen vor allem die Kapitalerhöhungen und Börsengänge zugute, zu denen sich Firmen angesichts der hohen Aktienkurse entschlossen. Das vierte Quartal war in dem Geschäft für die Branche das beste seit drei Jahren. Der Gewinn der Sparte ging allerdings leicht zurück. Die Deutsche Bank, die ebenfalls stark von ihrer Investmentbank abhängig ist, will ihre Zahlen für 2013 am 29. Januar vorlegen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wie sich faule Kredite in Luft auflösen.
    Erstaunlich !
    Wunder gibt es doch immer wieder.

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