US-Großbank
Wells Fargo meldet Rekordgewinn

Die US-Großbank Wells Fargo schwingt sich von einem Rekordgewinn zum nächsten. Die Filialbank profitiert von einer Erholung am amerikanischen Häusermarkt. Der Erfolg dürfte auch Großeigner Warren Buffett freuen.
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San FranciscoDie US-Großbank Wells Fargo erzielt einen Rekordgewinn im vierten Quartal. Das Geldhaus aus San Francisco verdient unterm Strich 5,09 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum fuhr die Bank einen Gewinn von 4,11 Milliarden Dollar ein. Das entspricht einem Zuwachs von 24 Prozent. Die Bank übertrifft damit die Erwartungen der Analysten. In dem Ergebnis ist eine Zahlung von 644 Millionen Dollar enthalten, die Wells Fargo im Zuge eines insgesamt 8,5 Milliarden Dollar schweren Vergleichs mehrerer Banken an Opfer von Zwangsversteigerungen überweist.

Für das Gesamtjahr meldet die Bank einen Zuwachs beim Nettogewinn um 19 Prozent auf 18,9 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um sechs Prozent gegenüber 2011 auf 86,1 Milliarden Dollar. Die nach Börsenwert führende Bank der USA profitierte unter anderem auch von niedrigeren Refinanzierungskosten. Trotz des Rekordgewinns büßte die Aktie 1,6 Prozent ein. Anleger hatten offenbar ein besseres Ergebnis erwartet. Zudem verschlechterten sich die Margen der Bank.

Das Geldhaus von der US-Westküste greift damit die Position von JP Morgan als profitabelste Geschäftsbank der USA an. Wells Fargo betreibt das größte Netz an Bankfilialen in den USA. Wells-Fargo-Vorstandschef John Stumpf sagte, 2012 sei ein „herausragendes Jahr“ für die Bank gewesen. Er begründete das gute Ergebnis mit dem Zuwachs im Geschäft mit Hauskrediten.

Die Kalifornier hatten in der Finanzkrise den Rivalen Wachovia übernommen und waren damit zum größten Kreditgeber für Wohnimmobilien in den USA aufgestiegen. Ein Drittel aller Immobiliendarlehen stammt inzwischen von Wells Fargo. Das Institut betreibt vor allem klassisches Spar- und Kreditgeschäft. Was fehlt, ist ein starkes Investment-Banking wie bei der Konkurrenz von der Wall Street.

Bereits im dritten Quartal hatte Wells Fargo wegen der besseren Entwicklung am Hypothekenmarkt einen um 22 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar gestiegenen Nettogewinn gemeldet. Mike Loughlin, der für das Risikomanagement von Wells Fargo verantwortlich ist, sprach damals von einer Erholung des Häusermarktes und einer „verbesserten finanziellen Situation von Unternehmen und Verbrauchern“.

Der amerikanische Häusermarkt hatte im Zentrum der Finanzkrise vor rund fünf Jahren gestanden. Nach einem seit dem Jahr 2006 anhaltenden Rückgang haben sich die Häuserpreise seit Anfang des Jahres wieder leicht erholt. Zur Nachfrage nach Hypotheken trägt auch die lockere Geldpolitik der amerikanischen Notenbank bei.

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