US-Großbanken US-Aufseher tauschen Bankmanager aus

Auf Druck der Regulierungsbehörden bahnt sich bei einigen staatlich gestützten Großbanken ein umfänglicher Managementumbau an. Mehr Kompetenz in den Aufsichtsräten soll die Institute krisenfester machen – auch die Position von Citibank-Chef Pandit ist bedroht.
Noch wehrt sich die Citibank gegen die Abberufung von Bankchef Vikram Pandit. Quelle: ap

Noch wehrt sich die Citibank gegen die Abberufung von Bankchef Vikram Pandit.

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NEW YORK. Während sich die Citigroup gegen eine Abberufung von Bankchef Vikram Pandit sträubt, reagiert Bank of America (BoA) auf den Druck aus Politik und Behörden mit der Berufung von vier neuen Aufsichtsratsmitgliedern.

Mit der Bekanntgabe der Stresstestergebnisse vor vier Wochen hatten die Aufsichtsbehörden unter Federführung des Finanzministeriums die Banken bereits kaum verholen aufgefordert, ihre Führung zu verändern. Management und Aufsichtsgremien seien auf ihre Kompetenz hin zu untersuchen, hatte es damals geheißen. Eine Bericht des „Wall Street Journals“ zufolge fordert die Bankenaufsicht FDIC einen Umbau der Citibank-Führungsspitze, der auch Bankchef Vikram Pandit bedroht. Demnach hat die Behörde bereits mit Citi-Aufsichtsrat und US-Bancorp-Chef Jerry Grundhofer über eine Übernahme des Postens gesprochen. Aufsichtsratchef Richard Parsons nahm Pandit, der erst Mitten in der Krise zu dem Institut gestoßen war, dagegen in Schutz. Die Bank habe die Stresstests bestanden. „Dies spiegelt den nachhaltigen Fortschritt dieses Managementteams in den vergangenen 15 Monaten bei der Rettung von Citi wider“, erklärte er.

Offenbar ist das Verhältnis zwischen Citibank und FDIC-Chefin Sheila Bair angespannt. Bankvertreter hatten Bair bereits vorgeworfen, ihre Kompetenzen zu überschreiten. „Die FDIC ist ein drittrangiger Aufseher für uns“, sagte Finanzchef Ned Kelly in ungewöhnlicher Offenheit. Vor ihr kämen das Finanzministerium und die Notenbank Fed. Pandit, war Ende 2007 zu Citibank gekommen, um die Bank aus der Krise zu führen. Seine Unterstützer argumentieren, die in seine Amtszeit fallenden 45 Mrd. Dollar staatlicher Kapitalspritzen seien wegen Fehlentscheidungen der Vorgänger nötig geworden. Kritiker bemängeln, er habe das Ruder nicht schnell genug herumgerissen. Seit langem halten sich Gerüchte, er stehe vor der Entlassung.

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