US-Hypothekenstreit
Deutsche Bank büßt mit mehr als einer Milliarde

Fannie Mae und Freddie Mac lassen grüßen: Die Deutsche Bank einigt sich kurz vor Weihnachten auf einen Milliardenvergleich mit der US-Wohnungsbehörde. Die Zahlung soll bereits in den Rückstellungen berücksichtigt sein.
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FrankfurtIm Streit um Hypothekenkredite hat sich die Deutsche Bank mit der US-Wohnungsbehörde FHFA geeinigt. Das Geldhaus zahlt im Zuge der Vereinbarung 1,4 Milliarden Euro, wie die Bank am Freitag mitteilte. Damit werde der größte einzelne Rechtsstreit im Zusammenhang mit Hypothekenkrediten beigelegt.

Die Vergleichssumme sei „bereits weitestgehend in den existierenden Rückstellungen der Bank für Rechtsstreitigkeiten berücksichtigt“, heißt es in der Mitteilung. Es seien keine zusätzlichen materiellen Rückstellungen für den Vergleich erforderlich.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain, die Co-Chefs der Deutschen Bank, sagten laut Mitteilung: „Die heutige Vereinbarung ist ein weiterer Schritt, die Altlasten der Bank zu bereinigen. Wir beabsichtigen, in dieser Hinsicht 2014 weitere Fortschritte zu erzielen.“

Die US-Behörde hatte der Deutschen Bank und 17 weiteren Instituten vorgeworfen, beim Verkauf von verbrieften Hypotheken-Papieren an die staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac falsche Angaben zur Qualität der dahinterstehenden Kredite gemacht zu haben. Die FHFA, der Fannie Mae und Freddie Mac unterstehen, hatte den daraus entstandenen Schaden auf 200 Milliarden Dollar beziffert.

Die 18 Banken, darunter auch Barclays, Bank of America, Goldman Sachs, JP Morgan sowie Credit Suisse, waren 2011 von der FHFA verklagt worden. Die Schweizer UBS war in einem Musterprozess mit der Argumentation abgeblitzt, dass die Klage erst nach Ablauf einer dreijährigen Verjährungsfrist eingereicht worden sei. Daraufhin hatte sich die Großbank auf einen 885 Millionen Dollar schweren Vergleich eingelassen. Die anderen Banken hatten erklärt, das Urteil betreffe auch sie und darum ersucht, Berufung einlegen zu dürfen. Das verweigerte ihnen der Oberste Gerichtshof der USA Anfang Oktober.

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JP Morgan zahlte mehr als fünf Milliarden Dollar

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  • Ablasshandel mit Peanuts OHNE Schuldeingeständnis für die Finanzmafia.

    Dafür dann 600.000 Euro als Strafe für den einzelnen Demonstranten in Spanien mit dem neuen Public Safety Law. Das ist buchstäbliche die finanzielle Todesstrafe für einen normal verdienenden Bürger der es wagt seine Stimme zu erheben. Maximales Strafmaß zur Abschreckung und Einschüchterung für den Bürger.

  • Und wann zahlt die Deutsche Bank an deutsche Behörden?

  • @Wilher
    endlich mal einer der die Sachlage richtig erkannt hat und nicht nur auf die Deutsche Bank draufhaut.

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