US-Hypothekenstreit
RBS zahlt Klägern 275 Millionen Dollar

Die Royal Bank of Scotland schließt einen Vergleich im US-Hypothekenstreit: Das Institut zahlt offenbar über eine Viertelmilliarde Dollar. Und im Skandal um Manipulationen im Devisenhandel wurde ein Händler suspendiert.
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New YorkDie Royal Bank of Scotland kommt bei der Bewältigung der Altlasten aus der Finanzkrise voran. Am Mittwoch einigte sich das britische Geldhaus in einem US-Hypothekenstreit nach Mitteilung der Kläger auf einen Vergleich und die Zahlung von 275 Millionen Dollar.

Damit schafft das teilverstaatlichte Institut eine bereits vor sechs Jahren eingereichte Klage im Zusammenhang mit der Irreführung von Anlegern bei der Ausgabe hypothekenbesicherter Wertpapiere (MBS) aus der Welt. Die Deutsche Bank hatte sich kurz vor Weihnachten zur Zahlung von 1,4 Milliarden Euro bereiterklärt und damit den Rechtsstreit mit der US-Behörde FHFA über den Verkauf von Hypothekenpapieren beigelegt. Für den deutschen Branchenprimus war es der größte Vergleich seiner Geschichte.

Die Summe, die das britische Geldhaus nun zahlt, ist die dritthöchste, die in einer US-Sammelklage gegen Banken wegen MBS-Geschäften fällig wird. Nach dem Platzen der Preisblase am US-Immobilienmarkt wurden die meisten mit Hypotheken besicherten Wertpapiere weitgehend wertlos und brockten ihren Besitzern hohe Verluste ein.

Die RBS musste während der Finanzkrise vom Staat aufgefangen werden. Zu rund 80 Prozent gehört das Institut nun der Regierung. Die Bank hat rund fünf Milliarden Dollar (3,8 Milliarden Euro) für Gerichtsverfahren im Zusammenhang mit Hypothekenpapieren zurückgelegt. Dem jüngsten Vergleich muss noch ein US-Bundesrichter zustimmen.

Doch nicht nur mit den Altlasten aus der Hypothekenkrise hat die RBS zu kämpfen. Sie ist auch in den Skandal um Manipulationen im Devisenhandel verwickelt. Am Mittwoch wurde bekannt, dass in diesem Zusammenhang ein dritter Händler suspendiert wurde. Der Manipulationsskandal war im Frühjahr 2013 aufgeflogen. Auf dem Markt werden täglich fünf Billionen Dollar umgesetzt.

Branchenweit haben bereits rund 20 Händler zumindest vorübergehend den Arbeitsplatz verloren, weil sie anscheinend in den Skandal verwickelt sind. Am Dienstag verlautete aus Finanzkreisen, dass nun die Privatkonten von Händlern ins Visier von Banken und Aufsehern geraten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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