US-Immobilienblase
UBS wird von USA auf Milliarden verklagt

Die Immobilenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae mussten in der Krise von der US-Regierung aufgefangen werden. Der Staat wirft der Schweizer Bank vor, den Instituten windige Papiere verkauft zu haben.
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New York/WashingtonDie Vereinigten Staaten verlangen Schadenersatz von der Schweizer Großbank UBS. Das Kreditinstitut soll den beiden staatlichen US-Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac windige Hypotheken-Papiere im Wert von 4,5 Milliarden Dollar (3,1 Mrd Euro) verkauft haben, worauf diese „substanzielle Verluste“ erlitten hätten. Das Geld verlangt der Staat nun zurück.

Die UBS erklärte, sich gegen die Vorwürfe wehren zu wollen. Die Aufsichtsbehörde FHFA reichte am Mittwoch Klage vor dem Bezirksgericht von Manhatten ein. Sie wirft der UBS vor, beim Verkauf der Hypotheken-Papiere in den Jahren 2005 bis 2007 falsche Angaben gemacht zu haben, unter anderem über die Kreditwürdigkeit der Schuldner. Im Laufe des Jahres 2007 platzte die Immobilienblase in den USA und viele Hausbesitzer konnten ihre Schulden plötzlich nicht mehr begleichen.

Dieser Streitfall dürfte nur der Auftakt einer ganzen Welle von Schadenersatz-Klagen von Fannie Mae und Freddie Mac sein. Insgesamt hat die FHFA nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr in 64 Fällen Informationen zu Hypotheken-Deals eingeholt. „Wir mühen uns weiterhin um Entschädigungen für die Verluste, die die Firmen erlitten haben“, erklärte Behördenchef Edward DeMarco in Washington.

Fannie Mae und der kleinere Bruder Freddie Mac spielen für die Stabilisierung der angeschlagenen US-Immobilienmärkte eine entscheidende Rolle. Sie stehen direkt oder indirekt hinter der Mehrzahl der Hypotheken des Landes. Deshalb hatte die Regierung sie in der Finanzkrise aufgefangen und pumpte bislang rund 150 Milliarden Dollar in die Immobilienfinanzierer.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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