US-Investmentbank
Goldman Sachs hält an Rohstoff-Handel fest

Der Handel mit Rohstoffen steht in der Kritik – Experten sagen, er gefährde das Finanzsystem. Goldman Sachs will dennoch an der Sparte festhalten. Federal Reserve könnte der Bank einen Strich durch die Rechnung machen.
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New YorkGoldman Sachs will ungeachtet des wachsenden Drucks der Aufsichtsbehörden am Handel mit Rohstoffen festhalten. Die Sparte sei ein Kerngeschäft und von strategischem Interesse, erklärte der Chef der US-Investmentbank, Lloyd Blankfein, am Mittwoch in einem CNBC-Interview. Ein Rückzug würde für die Kunden Nachteile bringen, ergänzte Blankfein. Goldman ist durch seine Rohstoffsparte J Aron einer der größten Spieler im Rohstoff-Geschäft und besitzt zudem Lagerhäuser für Metalle. Blankfein selbst hat seine Karriere bei Goldman in dem Bereich gestartet.

Der Rivale JPMorgan Chase hatte Ende Juli mitgeteilt, sich aus dem Handel mit physischen Rohstoffen zurückzuziehen und dies mit der drohenden Verschärfung von Auflagen sowie sinkenden Gewinnmargen begründet. Morgan Stanley erwägt ebenfalls eine Trennung von der Sparte. Die US-Notenbank Federal Reserve dürfte in wenigen Wochen entscheiden, ob die ehemals kaum regulierten Investmentbanken Goldman und Morgan Stanley überhaupt noch Rohstoffhandel betreiben dürfen.

Das Geschäft mit Rohstoffen war in diesem Jahr politisch unter Beschuss geraten. US-Kongressabgeordnete stellten infrage, ob es sinnvoll sei, dass eine Bank etwa Lagerhäuser für Metalle besitzen sollte. Einige Experten warnen vor Wettbewerbsverzerrung und einer Gefahr für das Finanzsystem. Auch das Justizministerium und die Rohstoffhandelsaufsicht CFTC leiteten Untersuchungen zu den umstrittenen Metall-Lagerhäusern ein.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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