US-Investmentbank
Morgan Stanley überzeugt trotz Gewinneinbruch

Die goldenen Zeiten für die US-Investmentbanken scheinen erst einmal vorüber: Nach Goldman Sachs muss auch Morgan Stanley im ersten Quartal einen Gewinneinbruch verkraften. Und dennoch steigt der Kurs.
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Das Ergebnis von Morgan Stanley fiel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte auf unterm Strich 736 Millionen Dollar. Vor einem Jahr herrschte allerdings Ausnahmezustand: Das Investment-Ranking warf so kurz nach der Finanzkrise gigantische Gewinne ab, angeheizt vom billigen Geld der Notenbanken. Nun hat sich die Lage in der gesamten Branche etwas normalisiert. Erschwerend kam bei Morgan Stanley ein Verlust bei einem Gemeinschaftsunternehmen mit der japanischen Großbank Mitsubishi UFJ hinzu.

Die Tochterfirma hatte sich schwer verspekuliert; mit dem Erdbeben in Japan soll dies aber nichts zu tun gehabt haben. Morgan Stanley musste eine Belastung von 425 Millionen Dollar verkraften. Bankchef James Gorman sprach von einer großen Enttäuschung. Er versicherte aber, am Geschäft in Japan und dem Partner Mitsubishi festhalten zu wollen.

Die Börsianer waren trotz der Probleme angetan von den Zahlen; Analysten hatten mit einem noch stärkeren Rückgang gerechnet. Vorbörslich stieg der Kurs um zwei Prozent.

Verglichen mit dem miserabel gelaufenen Geschäft am Ende des vergangenen Jahres steht Morgan Stanley in der Tat wieder deutlich besser da. Der Aktienhandel lief nach Bankangaben so gut wie seit dem Ausbruch der Krise im Jahr 2008 nicht mehr. Auch das lukrative Geschäft mit Anleihen und Rohstoffen erholte sich.

Im ersten Quartal war es unter den US-Großbanken nur JP Morgan Chase und Wells Fargo gelungen, mehr Geld als vor einem Jahr zu verdienen. Beide besitzen ein sehr gut laufendes Privatkunden-Geschäft. Reinen Investmentbanken wie Morgan Stanley und Goldman Sachs fehlt dieser Ausgleich.

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