US-Investmentbanken
Händler gefeuert – Gewinne gestiegen

Seit der Finanzkrise haben viele Händler und Verkäufer an der Wall Street ihren Job verloren. Die zehn größten Firmen haben in den letzten sieben Jahren mehr als 5.000 Stellen gestrichen. Trotzdem läuft das Geschäft.
  • 0

New YorkFür die Tausenden von Händlern und Verkäufern, die seit der Finanzkrise ihre Jobs verloren haben, hat die Wall Street eine Botschaft: Uns geht es auch ohne euch gut. Die fünf größten US-Investmentbanken haben im dritten Quartal mit dem Handel von Bonds und Aktien 20,7 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) verdient. Das ist die höchste Summe in einer üblicherweise schwachen Sommerzeit seit 2009.

Das Besondere: Der Zuwachs wurde erzielt, obwohl die zehn größten Firmen – darunter europäische Banken, die noch keine Quartalsergebnisse vorgelegt haben – in den letzten sieben Jahren mehr als 5.000 Stellen im Handel mit Kundenkontakt („Front office“) und im Investmentbanking gestrichen haben, wie aus Daten des Marktbeobachters Coalition hervorgeht.

Die Investmentbanken haben Mitarbeiter entlassen, da neue Regulierungen und niedrige Zinsen am Gewinn zehren und die weitverbreitete Einführung des elektronischen Handels einige Jobs überflüssig gemacht hat. Alarmiert nach einem besonders schwachen dritten Quartal im Vorjahr hatte Morgan Stanley 470 Stellen oder ein Viertel der Positionen im Bereich festverzinslicher Papiere („fixed income“) gestrichen. Das Ergebnis? Im dritten Quartal dieses Jahres hat sich der Ertrag im Bond-Handel fast verdreifacht auf 1,5 Milliarden Dollar, wie die Bank am vergangenen Mittwoch berichtete.

„Wir hatten ein besseres Quartal“, sagte Banken-Chef James Gorman gegenüber Analysten. „Was mich dabei erfreut ist, dass wir das mit 25 Prozent weniger Leuten geschafft haben.“

Die fünf Banken – JP Morgan, Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley – legten zusammen im Quartal einen Anstieg bei den Handelserträgen von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum vor, wie Bloomberg Intelligence ausgerechnet hat. Jede der Banken übertraf die Erwartungen der Analysten für den Bond-Handel, der durch das überraschende Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union, divergierende Ansichten über die Richtung von Zentralbankzinsen und Änderungen bei der Geldmarkt-Regulierung angekurbelt wurde. JPMorgan hielt den Spitzenplatz im Bereich Festverzinsliche mit einem Ertrag von 4,3 Milliarden Dollar, während Morgan Stanley Nummer eins bei Aktien blieb und 1,9 Milliarden Dollar einstrich.

Seite 1:

Händler gefeuert – Gewinne gestiegen

Seite 2:

„Wir hatten Personalüberschuss“

Kommentare zu " US-Investmentbanken: Händler gefeuert – Gewinne gestiegen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%