US-Justizbehörden
Milliardenstrafen für Banken wegen Devisenmanipulation

Für Großbanken gehört es fast schon zum Alltag, Milliardenstrafen zu verbuchen. Diesmal trifft es sechs internationale Geldhäuser, deren Händler vor allem Devisenkurse manipuliert hatten – zum Schaden ihrer eigenen Kunden.
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New YorkEs ist eine fragwürdige, aber von einigen Währungshändlern offenbar gern eingesetzte Methode: Wissen über Kauf- und Verkaufspläne von Kunden auszunutzen, um für sich Vorteile zu erzielen. Frontrunning heißt das im Branchenjargon. Und eine Reihe von Devisenexperten hat kein Geheimnis aus dieser Arbeitsweise gemacht. „Ich habe heute bei jeder Offerte zu Dollar-Yen und Euro-Yen Frontrunning betrieben“, schreibt einer. „Nennt mich Legende. Frontrunning-Legende“, fordert ein anderer.

Die illegalen Absprachen ziehen jetzt hohe Strafen nach sich. US- und britische Behörden verhängten am Mittwoch Strafen in Höhe von annähernd sechs Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro) gegen sechs Banken. Fünf von ihnen legten ein Schuldanerkenntnis wegen der Manipulation der Devisenkurse ab. Die Schweizer UBS kommt wegen einer Kronzeugenregelung im Devisen-Fall ungeschoren davon, muss aber wegen Manipulation von Zinssätzen zahlen. An die US-Notenbank Fed muss UBS 342 Millionen Dollar dafür zahlen, dass die internen Kontrollen versagt haben.

Die weiteren bestraften Banken sind Citigroup, JP Morgan, Barclays und die Royal Bank of Scotland. In der Einigung mit dem US-Justizministerium bekannten sie sich zu Manipulationen des Wechselkurses von US-Dollar und Euro. Die beschuldigten Händler hatten sich selbst als „Das Kartell“ in Chatrooms bezeichnet. „Durch die Absprache zu gewissen Zeiten nicht zu kaufen oder verkaufen, schützten die Händler die eigenen Handelspositionen, in dem sie Angebot oder Nachfrage für Währungen zurückhielten und so den Wettbewerb auf dem Devisenmarkt einschränkten“, so die US-Regierung.

In der Einigung mit dem US-Justizministerium muss die Citigroup 925 Millionen Dollar zahlen, Barclays 650 Millionen Dollar, JP Morgan 550 Millionen Dollar und die Royal Bank of Scotland 395 Millionen Dollar. Die UBS muss 203 Millionen Dollar wegen der Libor-Manipulation zahlen.

Kommentare zu " US-Justizbehörden: Milliardenstrafen für Banken wegen Devisenmanipulation"

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  • Ich dachte immer, nur europäische, vor allem deutsche Banken müssen an die Amis zahlen?

  • Hundertprozentig wurden Devisenkurse massiv manipuliert und die Deutsche Bank ist
    mittendrin. Kein kriminelles Bankgeschäft, -wo man richtig verdienen kann- ohne das
    Deutsche Institut. Man denke an Joe Ackermanns Vorgabe: 25% Rendite, mindestens,
    das ist nur mit viel krimineller Energie auf Dauer machbar.

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

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