US-Sanktionen
Gesperrte Kreditkarten nerven russische Bankkunden

Die US-Sanktionen gegen Russland zeigen erste Wirkungen. Die Kreditkartenfirmen Visa- und Mastercard haben ihre Dienste für Kunden einiger russischer Banken eingestellt. Diese halten die Reaktion für rechtswidrig.
  • 12

DüsseldorfIn den Shopping-Straßen Europas können einige Russen nur noch mit Cash zahlen - jedenfalls sofern sie neben Visa- und Mastercard keine weiteren Kreditkarten besitzen. Die US-Sanktionen gegen russische Schlüsselpersonen zeigen Wirkung.

Die Rossija Bank, Hausbank und enger Verbündeter von Russlands Präsident Wladimir Putin, teilte am Freitag mit, die beiden Kreditkartenunternehmen hätten „ohne Vorwarnung“ ihre Zahlungsdienste für die Kunden der Bank eingestellt. Betroffen sei auch die hundertprozentige Tochter Sobinbank.

Auch die SMP Bank meldete, dass Visa und Mastercard ihren Service für die Kunden der russischen Bank eingestellt haben - angeblich ohne das Institut vorher darüber zu informieren. Die SMP wird von den Brüdern Arkadi und Boris Rotenberg kontrolliert, die auf der US-Sanktionsliste stehen.

Die Visakarten können nun offenbar weder für Online-Einkäufe noch in Läden benutzt werden. Lediglich das Abheben von Geld an den bankeigenen oder Partner-Geldautomaten sei noch möglich. Laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Ria Novosti teilte die Sobinbank, eine Tochter der Rossija Bank mit, dass seine Call Center mit Anrufen von Menschen „überflutet“ werden, die im Ausland sind und plötzlich ihre Kreditkarte nicht mehr benutzen können.

Die betroffenen Institute versuchen ihre Kunden zu beruhigen. „Aufgrund des Umstandes, dass die Sanktionen die Anteilseigner betreffen und nicht die Bank selbst, sehen wir die Handlung der Bezahlsysteme als illegal an und sind zuversichtlich, dass wir die Probleme in naher Zukunft lösen können“, hieß es in einem Statement der SMP Bank.

Am Mittag schoss der Kreml-Chef persönlich zurück: Putin wies die russische Zentralbank an, der Rossija-Bank beizustehen. Die Zentralbank solle die Kunden von Rossija „unter ihren Schutz nehmen und ihnen jede mögliche Unterstützung zukommen lassen“, sagte Putin.
Putin selbst erklärte, er habe dort kein Konto, werde aber am Montag eines eröffnen und sein Gehalt als Staatschef dorthin überweisen lassen.

Die USA hatten am Donnerstag ihre Strafmaßnahmen gegen Russland wegen seines Vorgehens in der Krim-Krise verschärft und 20 weitere ranghohe russische Regierungsvertreter und Vertreter der russischen Wirtschaftselite auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Das US-Vermögen der Rossija Bank wird eingefroren, Einzelpersonen und Unternehmen aus den USA dürfen mit dem Finanzinstitut keine Geschäfte mehr machen.

Dana Heide ist Korrespondentin in Berlin.
Dana Heide
Handelsblatt / Korrespondentin

Kommentare zu " US-Sanktionen: Gesperrte Kreditkarten nerven russische Bankkunden"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • @ rh89518

    Dann weichen Sie vermutlich ein paar Monate auf baidu aus. Und danach gibt es einen staatlichen europäischen Suchmaschinenbetreiber.

    Das dürfte auch der Grund sein warum Google D nicht sperren wird.

  • Mit Sanktionen zu hantieren ist wie die Kunst ein Haus nur an einer Ecke abbrennen zu lassen. Wenn dann irgendwann alle Hausbewohner der Kokelkunst frönen, könnte es für alle aus Versehen sehr schnell zu heiß werden. Hauptsache man hat es dem oder den Nachbarn mal richtig besorgt, auch wenn man selbst kein Bett mehr zum Schlafen hat. In der Notunterkunft kann man dann untereinander ausdiskutieren wer denn nun mehr verloren hat.
    Oh, wie strunzendumm, ein Haus voller Irrer!

  • Naja, da wär ich mir nicht so sicher. Ausgleich muss geschaffen werden. Unser größter Gläubiger privat, wirtschaftlich und staatspolitisch scheinen Amerikaner zu sein. Deren größter Gläubiger ist der Chinese. Da steht eine Umschuldung bevor! Allerdings trifft dieses dann extrem den Dollar, der sackt dann brutal ab. Und außerdem können Zahlungsverkehre sehr schnell eingerichtet werden. Der Yuan sackt nicht in den Keller, weil China ihn kontrolliert durch die Puffer Hongkong und Shanghai. Da ist mehr Angst da als positives Denken, die Chancen zu nutzen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%