US-Steuerfall
Ex-UBS-Banker bekennt sich schuldig

Er half reichen Amerikaners, ihr Vermögen am Fiskus vorbei zu schleusen. Nun bekennt sich ein Ex-Banker der Schweizer UBS für schuldig. Das Gericht verurteilt ihn, doch er kommt direkt wieder frei.
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West Palm BeachEin früher bei der Schweizer Großbank UBS und beim Lokalrivalen Credit Suisse beschäftigter Banker hat sich vor einem US-Gericht der Beihilfe zur Steuerhinterziehung schuldig bekannt. Richter Kenneth Mara verurteilte Christos Bagios am Dienstag zu einer Strafe, die den 37 Tagen im Gefängnis und den rund 19 Monaten Hausarrest entsprach, die Bagios bereits abgesessen hat. Die "substanzielle" Mitarbeit von Bagios bei den Ermittlungen des US-Justizministeriums gegen Schweizer Banken habe bei dem Urteil eine wichtige Rolle gespielt, erklärte der Richter. Die Bagios zur Last gelegten Taten fielen in die Zeit, in der er bei UBS beschäftigt war.

UBS betrifft das Urteil des Gerichts im US-Bundesstaat Florida gegen Bagios nicht weiter. Die Bank schloss 2009 mit den Amerikanern einen abschließenden Vergleich und zahlte 780 Millionen Dollar Strafe und lieferte die Namen von rund 4500 mutmaßlichen amerikanischen Steuersündern.

Aktuell ermitteln die US-Behörden gegen elf in der Schweiz tätige Banken vor, denen sie vorwerfen, reichen Amerikanern bei der Steuerhinterziehung geholfen zu haben. Der prominenteste Name auf der Liste ist Credit Suisse, gegen die seit rund einem Jahr eine Untersuchung läuft. Im Visier der Amerikaner stehen daneben auch Bank Bär, die Kantonalbanken von Zürich und Basel sowie HSBC und drei israelische Institute.

Sein Klient sei über das Urteil erleichtert, sagte Bagios Verteidiger Matthew Menchel. Dem Banker drohten als Höchststrafe fünf Jahre Gefängnis und eine Geldbuße von 250.000 Dollar. Der 47 Jahre alte aus Griechenland stammende Banker war im Januar 2011 in New York festgenommen worden. Die Behörden warfen ihm vor, 150 reichen Amerikanern geholfen zu haben, etwa 500 Millionen Dollar vor der Steuerbehörde IRS zu verstecken.

Amerikanische Anwälte erwarten, dass die US-Behörden den Druck auf die Banken erhöhen werden, denen sie Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorwerfen. Die Amerikanern fordern wie im Fall UBS, dass die elf Geldhäuser eine Geldbuße zahlen und Kundennamen liefern. Das ist ihnen aufgrund des Schweizer Bankgeheimnisses aber untersagt, UBS galt wegen einer drohenden Klage als Notfall.

Die Schweizer Regierung sucht deshalb in Verhandlungen eine zwischenstaatliche und alle Banken umfassende Globallösung. Diese Gespräche kommen aber seit einiger Zeit nicht voran. Es ist offen, wann sich die US-Regierung nach den Präsidentschaftswahlen der Frage wieder zuwendet.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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