US-Steuerstreit
Investoren fürchten hohe Strafen für Banken

Die Linie der USA im Steuerstreit ist klar, so etwas wie „too big to jail“ gibt es nicht. Mit den Milliarden-Strafen für die Credit Suisse und BNP Paribas steigen auch die Risiken für die anderen Banken.
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ZürichIm US-Steuerstreit fürchten Investoren hohe Strafen für die betroffenen Schweizer Banken. „Nach der teuren Einigung der Credit Suisse sind die Schätzungen der Kosten auch für die anderen Banken der Kategorie 1 gestiegen“, sagte EFG -Fondsmanager Urs Beck mit Blick auf die dreizehn Banken, denen die Amerikaner Beihilfe zur Steuerhinterziehung vorwerfen. Dies könnte für einige der betroffenen Geldhäuser einschneidende Folgen wie Dividendenkürzungen zur Folge haben, erklärte Beck.

Die US-Regierung hat in den vergangenen Monaten eine deutlich härtere Linie gegenüber der Finanzbranche eingeschlagen. „So etwas wie 'too big to jail' gibt es nicht“, erklärte Justizminister Eric Holder in Abwandlung des aus den Regulierungsdebatten bekannten Begriffs des „too big to fail“. Als erste bekam das die Credit Suisse zu spüren. Wegen jahrelanger Verstöße gegen Steuergesetze brummte die USA der zweitgrößten Schweizer Bank eine Strafe von 2,8 Milliarden Dollar auf. Noch schlimmer könnte es für BNP Paribas kommen. Wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen der USA peilt das Justizministerium einem Bericht das „Wall Street Journal“ zufolge für die französische Großbank eine Strafzahlung von mehr als zehn Milliarden Dollar an.

In der Schweiz könnte auch die Bank Bär die härtere Gangart der US-Behörden zu spüren bekommen. Die Aktien des Vermögensverwalters sackten am Freitag 4,4 Prozent ab. Inzwischen gehen einzelne Analysten davon aus, dass die Strafe für das Zürcher Institut eine Milliarde Franken (820 Millionen Euro) übertreffen könnte, sagte Andreas Brun, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank. Vor der Strafe für Credit Suisse hätte der Markt lediglich eine Buße von 300 bis 500 Millionen Franken für die Bank Bär erwartet.

„Eine Zahl über einer Milliarde Franken würde wirklich weh tun“, erklärte Swisscanto-Fondsmanager Peter Stenz. Dann könnte die Bank eine Dividendenkürzung ins Auge fassen. Eine seiner Einschätzung zufolge wahrscheinlichere Strafe von bis zu 500 Millionen Dollar dürfte für die gut kapitalisierte Bank aber kein Problem darstellen, erklärte er.

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