US-Steuerstreit
Schweizer Lombard Odier zeigt sich selbst an

Nach einer eingehenden Analyse ist das Institut Lombard Odier zu dem Schluss gekommen, sich im US-Steuerstreit selbst anzuzeigen. Die Bank kann nicht ausschließen, dass amerikanische Kunden Steuern hinterzogen haben.
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ZürichAls letzte große Schweizer Privatbank legt Lombard Odier im US-Steuerstreit ihre Karten offen. Das Genfer Institut nehme am US-Programm in Kategorie 2 teil, teilte das Geldhaus am Freitag mit. Kategorie 2 ist für Institute vorgesehen, die wissen oder nicht ausschließen können, dass amerikanische Kunden Steuern hinterzogen haben. US-Kunden seien für Lombard Odier nie ein Zielmarkt gewesen und die Bank habe im Umgang mit ihnen seit vielen Jahren eine strikte Politik verfolgt, erklärte die Bank.

Nach einer eingehenden Analyse sei das Institut aber zu dem Schluss gekommen, sich vorsichtshalber in die Kategorie 2 einzuteilen. Die Bank behalte sich vor, später in die Kategorie 3 zu wechseln. Dort können sich Banken einordnen, die nach eigener Einschätzung keine Verstösse gegen amerikanische Steuervorschriften begangen haben.

Lombard Odier gehört mit gut 200 Milliarden Franken (163 Milliarden Euro) an verwalteten Vermögen zu den sechs größten Privatbanken der Schweiz. Gegen andere große Häuser wie Credit Suisse, Julius Bär, Pictet und die Schweizer Tochter von HSBC laufen Ermittlungsverfahren der US-Behörden. Sie müssen eine Strafe individuell aushandeln. Bei den Banken der Kategorie 2 wenden die Amerikaner einen pauschalen Bussensatz an, der bis zu 50 Prozent der unversteuerten Vermögen ausmachen kann. Die UBS zahlte 2009 in den USA 780 Millionen Dollar Strafe wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung und hat das Thema damit abgehakt.

Einer der Partner der Familiengesellschaft Lombard Odier ist Patrick Odier, der gleichzeitig Präsident des Schweizer Bankenverbandes ist.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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