US-Verfahren gegen Mitarbeiter?
Ärger für Deutsch-Banker

Die Milliarden-Strafe der US-Justiz für die Deutsche Bank garantierte nicht die Prozessfreiheit für Mitarbeiter. Nun müssen sich einige in den USA auf Verfahren wegen Verfehlungen vor der Finanzkrise gefasst machen.
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New YorkAls die Deutsche Bank sich vor kurzem mit dem US-Justizministerium auf eine Strafzahlung von 7,2 Milliarden Dollar geeinigt hatte, hieß es ausdrücklich, damit seien mögliche Verfahren gegen einzelne Mitarbeiter nicht ausgeschlossen.

Jetzt droht einigen Deutsch-Bankern tatsächlich ein persönliches Verfahren, wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf nicht näher benannte Quellen schreibt. Wie schon bei der Milliardenzahlung geht es um Verfehlungen bei der Vergabe und bei Verbriefungen von Immobilienkrediten vor der Finanzkrise 2008. Diese Kredite hatten maßgeblich die Krise verursacht. In der Folge gab es immer wieder Kritik, es seien zwar die Banken, aber nicht einzelne Mitarbeiter bestraft worden.

Anders als die Deutsche Bank hat sich Barclays noch nicht mit dem Justizministerium geeinigt. Der Chef der britischen Bank, der Amerikaner Jes Staley, sagte dazu am Mittwoch in New York: „Wenn eine Einigung auf dem gleichen Niveau wie bei den US-Banken möglich wäre, würden wir zustimmen. Aber nach meinem Eindruck hat das Ministerium die Strafen auf ein ganz anderes Niveau angehoben, nachdem die Verfahren mit den US-Banken abgeschlossen waren.“

Staley stritt ab, dass seine Verweigerung auch taktische Gründe hätte. Mit dem Regierungswechsel in Washington kommt mit dem Konservativen Jeff Sessions auch ein neuer Chef an die Spitze des Justizministeriums, der zugleich oberster Staatsanwalt der USA ist. Sessions hatte in der Vergangenheit vor übertriebenen Eingriffen des Staates in die Wirtschaft gewarnt, möglicherweise ist er bei Strafen zurückhaltender als seine Vorgängerin Loretta Lynch.

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