USB Quartalszahlen
Schweizer Großbank verzichtet auf weitere Sparrunde

Es war der schlechteste Jahresstart seit der Finanzkrise für die größte Schweizer Bank: Der Gewinn brach um fast 64 Prozent ein. Entgegen der Erwartungen will die Großbank aber nicht mehr Jobs abbauen als angekündigt.

ZürichDas erste Quartal war bei allen Großbanken ausgesprochen schwach. Diesem Negativ-Trend konnte sich auch die größte Schweizer Bank, die UBS, nicht entziehen. Ihr Nettogewinn brach förmlich ein von zuvor fast zwei Milliarden auf nun 707 Milliarden Franken. Ein Grund war das „ungewöhnlich tiefe Transaktionsvolumen der Kunden“, teilte die Bank mit.

Der Gewinnrückgang fällt damit stärker aus als von Analysten erwartet. Diese hatten im Schnitt mit einem Reingewinn von 815 Millionen Franken gerechnet. Vorbörslich sackte die UBS Aktie um fast vier Prozent ab.

Angesichts der Marktturbulenzen zum Jahresstart aus Sorge vor einem Crash in China haben sich die Kunden zurück gehalten. Das zeigen allein die Einnahmen: Sie gingen im Jahresvergleich um fast 23 Prozent auf 6,83 Milliarden Franken zurück. Die Kosten dagegen sanken nur um 4,5 Prozent auf 5,8 Milliarden.

„Insgesamt verzeichnete UBS in den meisten Segmenten ein schwaches Quartal, das primär auf die tieferen Umsatzzahlen zurückzuführen ist“, kommentierte Andreas Venditti von der Bank Vontobel. „Sollte dieser Trend anhalten, wird die Großbank ihre Kostenbasis zu verbessern haben“, mahnte er.

Bereits vor der Veröffentlichung der Quartalszahlen machten Berichte die Runde, denen zufolge UBS weiter an der Kostenschraube drehen will. Doch entgegen der Erwartungen kündigte die Großbank keinen weiteren Stellenabbau an, sondern bestätigte lediglich ihre alten Ziele: Bis Mitte des Jahres sollen die Kosten um 1,4 Milliarden Franken netto sinken; bis 2017 soll die Summe von 2,1 Milliarden Franken eingespart werden. Für Ende März wird die bereits erzielte Kosteneinsparung mit 1,2 Milliarden Franken angegeben, rund 100 Millionen mehr als Ende des Jahres.

Mit Blick auf die Sparten stammen die größten Gewinnrückgänge aus der Kernsparte Wealth Management und dem Investmentbanking. In der Vermögensverwaltung sank das Vorsteuerergebnis von 856 auf 636 Millionen Franken. Die Einnahmen sanken aufgrund geringerer Kundentransaktionen, die Kosten der Sparte blieben aber im Jahresvergleich de facto stabil. Entsprechend büßte das Segment an Profitabilität ein, die Netto-Marge ging im Jahresvergleich um acht Basispunkte auf noch 27 Basispunkte – also 0,27 Prozent der angelegten Gelder – zurück.

Lichtblick war der Neumittelzufluss: Mit 15,5 Milliarden Franken floss UBS so viel Geld zu wie seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr. Trotz der Verunsicherung in Asien stammten aus dieser Region die meisten Neugelder. Auch das US-Geschäft zeigte sich sehr dynamisch – hier hatte UBS Kundenberater von Credit Suisse abwerben können, der Wettbewerber gibt bekanntlich die Vermögensverwaltung in den USA auf. Ferner gewann das Geschäft mit Kunden aus Europa wieder an Fahrt.

Gewohnt stark zeigt sich UBS bei der Kapitalausstattung: Die Kernkapitalquote (CET1) von 14 Prozent liegt mittlerweile einen ganzen Prozentpunkt über dem selbstgesteckten Ziel von 13 Prozent.

Die Deutsche Bank verbuchte im ersten Quartal einen Gewinneinbruch um 58 Prozent. Bei Goldman Sachs und Morgan Stanley sackte der Gewinn ebenfalls um mehr als die Hälfte ab. Die Schweizer Konkurrentin Credit Suisse hat für das ersten Quartal bereits einen Verlust angekündigt. Sie will ihre Bilanz am 10. Mai vorlegen.

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