Verband kritisiert
Niedrigzinsen drücken Gewinne ostdeutscher Sparkassen

Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank belastet die Gewinne der ostdeutschen Sparkassen. Die niedrigen Zinsen schaden ihnen besonders, da sie auf Grund der regionalen Strukturschwäche wenig Kredite vergeben.
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BerlinDie niedrigen Zinsen drücken auf die Gewinne der ostdeutschen Sparkassen. Der Dachverband OSV erwartet für seine 46 Mitgliedsinstitute im laufenden Jahr ein geringeres Ergebnis als 2012. "Unbestritten ist die Niedrigzinsphase mit Herausforderungen für unsere Sparkassen verbunden", sagte OSV-Geschäftsführer Wolfgang Zender am Donnerstag.

Dennoch dürfte sich die Region dauerhaft in der Spitzengruppe des deutschen Sparkassenlagers behaupten. Auch wegen steigender Kosten dürfte das sogenannte Betriebsergebnis vor Bewertung - die entscheidende Kennziffer für das operative Geschäft - 2013 insgesamt einen Wert von 1,14 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme erreichen und damit etwas weniger als im Vorjahr.

Die Niedrigzinspolitik der EZB belastet die Ost-Sparkassen besonders, da die Institute zwar viele Kundeneinlagen haben, wegen der schwachen Wirtschaftsentwicklung in der Region aber vergleichsweise wenig Kredite vergeben. Der neue OSV-Präsident Michael Ermrich kritisierte - wie zuletzt viele Sparkassen-Lobbyisten - das niedrige Zinsniveau.

"Die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank und die Probleme Europas dürfen nicht dauerhaft auf dem Rücken der Sparer ausgetragen werden." Niedrige Zinsen seien zwar erfreulich für Kreditnehmer. "Auf Dauer gefährden sie aber das Vermögen der Sparer und als Konsequenz auch die Bereitschaft zu sparen."

Ermrichs Vorgänger Claus Friedrich Holtmann hatte Ende Mai gewarnt, den Instituten drohe mit dem Auslaufen hochverzinster Wertpapiere nach 2013 ein Gewinneinbruch. Der Zinsüberschuss - traditionell die dominierende Ertragsquelle der Sparkassen - werde künftig deutlich sinken.

Im ersten Halbjahr kletterte der Kreditbestand der Institute um 1,2 Prozent auf 40,5 Milliarden Euro, die Einlagen legten um 0,2 Prozent auf knapp 85 Milliarden Euro zu.

Der Ostdeutsche Sparkassenverband (OSV) vertritt die Interessen der Sparkassen aus Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Vielleicht sollte Herr Emmrich auch mal auf seine Fehlinvestitionen erkennen (hohe Abschreibungen auf die Landesbank Berlin)und auch einen Blick auf die riskanten Eigenanlagen der Sparkassen in PIIGS Staaten haben, denn das niedrige Zinsniveau ist nur die halbe Wahrheit. Wieso verdient eine wie die Sparkassen auf das Privatkundengeschäft fokussierte Santander Bank üppig, während LBB, MBS, etc. über das Zinsniveau jammern. Weniger Vorstände und qualifizierte Aufsichts-/Verwaltungsräte, die wirklich das Kundengeschäft verstehen, statt wie ein Holtmann, Emmrich, Evers, Fahrenschon auf riskante Kapitalmarktgeschäfte zu setzen. Und mal überlegen, ob man nicht Kunden faire Konditionen bei Einlagen und im Dispokreditgeschäft bieten will, statt seine Marktmacht auszunutzen und auf Dauer zu verlieren. Arroganz und Selbstverliebtheit und Konzeptionslosigkeit zahlt sich nicht aus.

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