Verbindlichkeiten sollen schnell wieder sinken Deutsche Bahn verschuldet sich für Bax

Die Deutsche Bahn AG muss Kredite aufnehmen, um den Kaufpreis von etwa einer Mrd. Euro für den US-Speditionskonzern Bax Global zahlen zu können.

DÜSSELDORF. Ursprünglich hatte der Konzern seine Schulden von knapp 14 Mrd. Euro rasch abbauen wollen. Durch die zusätzlichen Kredite für die Bax-Übernahme drohen allerdings die Spitzenbewertungen, die die Bahn von den Ratingagenturen für ihre Kreditwürdigkeit erhalten hat, in Gefahr zu geraten. Deshalb will der Konzern schnell Firmenteile verkaufen, um Schulden zu tilgen, hieß es in Konzernkreisen.

Bahnchef Hartmut Mehdorn wird morgen in New York den Kaufvertrag mit der Bax-Mutter, dem Sicherheits- und Logistikdienstleister Brink’s, unterzeichnen. Nach Angaben aus Unternehmenskreisen soll die Luft- und Seefrachtspedition Bax in die Bahn-Speditionstochter Schenker integriert werden und diese im Nordamerika- und Transpazifikmarkt entscheidend stärken. Am Wochenende haben die Aufsichtsgremien die Übernahme abgesegnet, erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Bahn-Aufsichtsrats. Ein Konzernsprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Bax kam 2004 auf etwa zwei Mrd. Euro Umsatz und rund 40 Mill. Euro Gewinn. Schenker peilt 2005 nach internen Angaben 8,5 Mrd. Euro Umsatz und deutlich über 200 Mill. Euro Gewinn an. Die Bahn erzielte 2004 knapp 24 Mrd. Euro Umsatz.

Drei Jahre nach der Übernahme des Logistikkonzerns Stinnes mit Schenker sei der Zukauf ein wichtiges Signal, heißt es in der Beraterbranche. Denn damit bleibe die Bahn weiter im Globalisierungsrennen der Logistikfirmen. Schenker gehöre nach der Übernahme wieder zu den Großen der Branche. Dort ist die Post-Tochter DHL nach der 5,5 Mrd. Euro teuren Übernahme des Logistikdienstleisters Exel die Nummer eins. Der Preis für Bax sei zwar hoch, doch in einer boomenden Branche gebe es keine Schnäppchen.

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