Verbreitung von vertraulichen Kundendaten Diese WhatsApp hat 43.000 Euro gekostet

Per WhatsApp mal eben über Kunden lästern und mit dem eigenen Verdienst angeben: Das ist einem Investmentbanker zum Verhängnis geworden. 43.000 Euro muss er nun für eine von ihm verschickte Kurznachricht bezahlen.
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Schnell verschickte Nachrichten an einen Freund sind einem Investmentbanker zum Verhängnis geworden. Quelle: dpa
Messagingdienst WhatsApp

Schnell verschickte Nachrichten an einen Freund sind einem Investmentbanker zum Verhängnis geworden.

(Foto: dpa)

Ein ehemaliger Banker muss 43.000 Euro (37.198 Pfund) Strafe bezahlen. Dazu hat ihn die britische Financial Conduct Authority (FCA) verurteilt. Laut der Finanzaufsicht hat er vertrauliche Kundendaten mit einem Bekannten geteilt – per Kurznachrichtendienst WhatsApp. Es ist die erste Strafe, die die FCA für die Nutzung einer Nachrichten-App verhängt.

Christopher Niehaus, ein Geschäftsführer bei der US-amerikanischen Investmentbank Jefferies, hatte Anfang 2016 private Informationen über zwei Klienten per WhatsApp verschickt, teilte die FCA in einer Erklärung am Donnerstag mit. In einem Fall schickte er einem Freund, ebenfalls Jefferies-Kunde, vertrauliche Informationen über einen Deal mit einem Konkurrenten.

„Die Informationen, die er teilte, beinhalteten die Identität des Kunden, Details über das Mandat und die Gebühr, die Jefferies für ihre Beteiligung an der Transaktion berechnet", schreibt die FCA. „Niehaus gab auch damit ein, dass er seine Hypothek abbezahlen könne, sobald der Deal geschlossen ist.“

So viel mussten Banken für ihre Fehler hinblättern
Deutsche Bank – 202 Millionen Dollar
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Mai 2012: Die Deutsche Bank steht für zwielichtige Hypotheken-Geschäfte einer Tochtergesellschaft in den USA gerade. Um eine Klage aus der Welt zu schaffen, zahlen die Frankfurter 202 Millionen US-Dollar. Der Bank drohte eine Strafzahlung und Wiedergutmachung von mehr als eine Milliarde Dollar. Die US-Justiz hatte der Tochter MortgageIT Betrug beim Geschäft mit Hypothekenfinanzierungen vorgeworfen.

Deutsche Bank – 725 Millionen Euro
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Dezember 2013: Im Skandal um Zinsmanipulationen hat die Deutsche Bank von der EU-Kommission die branchenweit höchste Strafe aufgebrummt bekommen. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verhängte gegen sechs internationale Großbanken Rekord-Geldbußen von zusammen 1,71 Milliarden Euro. Allein der deutsche Branchenprimus muss im Rahmen des Vergleichs 725 Millionen Euro zahlen.

Rabobank – 774 Millionen Euro
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Oktober 2013: Der Libor-Skandal kostet die niederländische Rabobank 774 Millionen Euro. Es ist die höchste Strafe in der Geschichte der Genossenschaftsbank. Die Bank hatte mit britischen, amerikanischen und niederländischen Behörden einen außergerichtlichen Vergleich getroffen. Drei Viertel der Summe fließen in die USA an das Justizministerium und die Finanzaufsicht CFTC.

Britische Banken – 1,3 Milliarden Pfund
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August 2013: Britische Banken müssen wegen falscher Beratung von Kunden erneut Entschädigungen in Milliardenhöhe zahlen. Die Aufsichtsbehörde FCA verdonnerte 13 Institute und Kreditkartenaussteller zu Kompensationsleistungen von insgesamt 1,3 Milliarden Pfund (1,5 Mrd Euro). Zu den bestraften Unternehmen zählen Barclays, HSBC und die Royal Bank of Scotland (RBS).

Commerzbank – 1,45 Milliarden Dollar
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März 2015: Die Commerzbank muss wegen des Streits mit US-Behörden um Sanktionsverstöße und Geldwäsche-Vorwürfe tief in die Tasche greifen. Im Rahmen eines lang erwarteten Vergleichs zahle das zweitgrößte deutsche Geldhaus 1,45 Milliarden Dollar. Die USA warfen der Commerzbank vor, gegen Wirtschafts-Sanktionen gegen den Iran verstoßen zu haben.

UBS – 1,5 Milliarden Dollar
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Dezember 2012: Die Schweizer Großbank UBS zahlt wegen ihrer Rolle bei der Manipulation des weltweit wichtigsten Referenzzinssatzes Libor Bußen in Höhe von 1,5 Milliarden US-Dollar. Wie die Bank mitteilte, leistete sie entsprechende freiwillige Strafzahlungen an amerikanische, britische und Schweizer Behörden.

Deutsche Bank – 2,5 Milliarden Dollar
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April 2015: Die Deutsche Bank muss im Libor-Skandal eine Strafzahlung in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar (2,33 Milliarden Euro) in Großbritannien zahlen.

Die sensiblen WhatsApp-Nachrichten wurden bekannt im Zuge einer andere Beschwerde gegen Niehaus. Diese veranlasste ihn laut einem Insider dazu, sein Telefon freiwillig an seinen Arbeitgeber Jefferies & Company zu übergeben. Der entdeckte die Nachrichten und machte die FCA auf die Angelegenheit aufmerksam.

Der 49-jährige Niehaus war verantwortlich für europäische Industriekonzerne in der Investmentbank und erhielt in dieser Funktion regelmäßig Insider-Informationen über kommende Deals. Diese verschickte er offenbar teilweise an den besagten Freund und wies ihn unter anderem auf die Gewinnwarnung eines Kunden hin. Dieser stecke „in Problemen“, so Niehaus in einer Nachricht.

Nach einer Suspendierung hat der Banker Jefferies & Company bereits 2016 verlassen. Er gab sein Fehlverhalten gegenüber der SDC zu und erhielt einen Strafrabatt von 15 Prozent. Gegenüber der Aufsichtsbehörde verteidigte sich Christopher Niehaus damit, dass er „nicht wisse“, warum er die sensiblen Informationen herausgegeben hat. Er habe dies nur getan, um seine Freunde „zu beeindrucken“.

  • feho
  • Bloomberg
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