Verbünde als Antwort auf mehr Wettbewerb: Öffentliche Banken gehen Hand in Hand

Verbünde als Antwort auf mehr Wettbewerb
Öffentliche Banken gehen Hand in Hand

Auf die deutschen Landesbanken kommt in diesem Jahr eine entscheidende Weichenstellung zu. Denn Mitte Juli fallen die staatlichen Ausfallgarantien Anstaltslast und Gewährträgerhaftung weg. Die Bundesländer sind dann nicht mehr länger rechtlich dazu verpflichtet, ihre Landesbanken bei einer Notlage zu stützen.

Gleichzeitig verteuern sich für die öffentlich-rechtlichen Sparkassen und Landesbanken die Refinanzierungskosten an den Kapitalmärkten, weil die Bonitätsnoten der Ratingagenturen ohne Staat im Rücken sinken. Dadurch steigt der Wettbewerbsdruck, und reine Ratingarbitragegeschäft dürften größtenteils unmöglich werden.

Fast alle Landesbanken und ihre Sparkassenverbände reagieren auf die kommende, veränderte Wettbewerbssituation mit regionalen Verbünden. Am weitesten vorangekommen sind Hessen-Thüringen, Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen. Über eine planvollere Zusammenarbeit zwischen den Landesbanken und den Sparkassen vor Ort sollen zusätzliche Erträge und Kosteneinsparungen in Milliardenhöhe realisiert werden. Außerdem ergänzen in einigen Fällen wie beispielsweise in Nordrhein-Westfalen und Hessen regionale Sicherungsfonds den bundesweiten Reservetopf, was von den Rating-Agenturen honoriert wird.

Noch existieren die Vorteile der Verbundkonzepte aber weitgehend nur auf dem Papier. Ratingagenturen wie Standard & Poor’ s warten darauf, dass handfeste Erfolge in Form zusätzlicher Erträge bei den Landesbanken sichtbar werden. Sollten diese in den nächsten Jahren ausbleiben, werden die Landesbanken auf eine noch verbindlichere Kooperation drängen, während bei den Sparkassen die immerwährende Angst vor Konzernstrukturen neu geweckt würde.

Der Konsolidierungsdruck im öffentlich-rechtlichen Lager wird unter den veränderten Vorzeichen weiter hoch bleiben. Unter den Landesbanken ist der Konzentrationsprozess im vergangenen Jahr stärker als bei den privaten Großbanken vorangeschritten. Dass zeigt sich unter anderem daran, dass die Landesbank Rheinland-Pfalz als Tochter unter das Dach der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) gekommen ist. Sparkassenpräsident Dietrich Hoppenstedt und WestLB-Chef Thomas Fischer an der Spitze des Bundesverbandes Öffentlicher Banken (VÖB) wissen, dass in Deutschland nicht mehr ausreichend Geschäft vorhanden ist für elf Landesbanken und begrüßen jede Bündelung der Kräfte. Als Nächstes könnten sich nach den Landtagswahlen in NRW 2005 und 2006 die NordLB und die WestLB annähern.

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