Verdacht auf Marktmanipulation: Citigroup suspendiert Anleihehändler

Verdacht auf Marktmanipulation
Citigroup suspendiert Anleihehändler

Die Citigroup zieht erste Konsequenzen aus dem umstrittenen Geschäft mit europäischen Staatsanleihen. Die in die Transaktionen verwickelten Händler seien bis zum Abschluss der Ermittlungen der europäischen Wertpapieraufsichtsbehörden beurlaubt, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

HB FRANKFURT. Nicht zu erfahren war, ob davon auch höhere Hierarchieebenen betroffen sind. Die Chefhändler Stephen Compton und Spiros Skordos hatten die Transaktionen genehmigt. Finanzkreise vermuten, dass die Deals auch an noch höherer Stelle bekannt waren.

Nachdem die deutsche Staatsanwaltschaft bereits wegen des Verdachts auf Marktmanipulation an der Terminbörse Eurex ermittelt, stehen jetzt die Ermittlungen der britischen Finanzaufsicht Financial Services Authority (FSA) im Vordergrund. Sie überwacht die Londoner Einheit Citigroup Global Markets Ltd. Im Visier der FSA steht dem Vernehmen nach vor allem das Risikomanagement der Citigroup. Dabei gilt als sicher, dass die Citigroup bei ihren Transaktionen, die im August 2004 stattfanden, das Risiko falsch gesteuert hat.

Londoner Händler der Citigroup hatten am 2. August an der Terminbörse Eurex massiv Kontrakte des Bund-Futures gekauft. Auf Grund des engen Zusammenhangs zwischen Termin- und Kassamärkten stiegen daraufhin die Kurse europäischer Staatsanleihen. Das nutze die Bank, um vorwiegend auf der elektronischen Handelsplattform MTS innerhalb von zwei Minuten Bonds über 12,4 Mrd. Euro zu verkaufen. Damit machte sie den Großteil ihres geschätzten Gewinns von rund 15 Mill. Euro.

Bei der Transaktion gab es aber gravierende Pannen: Denn Unterlagen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zufolge gab die Citigroup zunächst Bonds über 68 Mrd. und dann noch einmal über 49 Mrd. Euro in den Verkauf. Für den ersten Schwung der Verkaufsaufträge bekam das Institut sieben Sekunden lang keine Bestätigung und schob deshalb noch einmal nach. So viele Aufträge wickelte das MTS-System aber nicht ab, und so wurden letztlich Anleihen über 12,4 Mrd. Euro verkauft.

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