Verdacht aus Wien
Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Infinus-Vorstand

Die österreichische Justiz ermittelt gegen ein Vorstandsmitglied der Infinus AG wegen des Verdachts der Geldwäsche. Der Vorwurf: Der Manager soll durch Lebensversicherungen illegal erworbenes Geld legalisiert haben.
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DüsseldorfWegen des Verdachts des Anlegerbetruges sitzt er bereits in Untersuchungshaft, jetzt muss sich ein Vorstand der „Infinus Ihr Kompetenzpartner AG“ mit weiteren Vorwürfen der Staatsanwaltschaft Wien auseinandersetzen. Wie das Handelsblatt berichtet, ermitteln die österreichischen Fahnder wegen des Verdachts der Geldwäsche gegen Rudolf O. Das geht aus einem Schreiben der österreichischen Ermittler hervor, das dem Handelsblatt vorliegt.

Danach soll Rudolf O. Versicherungen bei der „Wiener Städtischen Versicherung“ abgeschlossen haben, um die Herkunft „durch strafbare Handlungen erlangter“ Anlegergelder zu verschleiern. Konkret geht es um zwei Lebensversicherungen, die Rudolf O. am 26. November 2012 abgeschlossen haben soll. Der Infinus-Manager soll Monat für Monat stattliche 16.000 Euro in die Policen eingezahlt haben. Woher das viele Geld kam, ist unklar. „Wir gehen der Frage nach, ob gezielt Gelder verschoben worden sind, um deren möglicherweise illegale Herkunft zu verschleiern“, sagt eine Sprecherin der Behörde.

Das fragwürdige Versicherungsgeschäft hatte für Rudolf O. noch einen hübschen Nebeneffekt. Laut Staatsanwaltschaft trat der Infinus-Vorstand als „Vermittler in eigener Sache“ auf. Er vermittelte gegen Provision. Seine Lebensversicherungen spülten 522.240 Euro in die Kasse der Infinus AG. Und nicht nur das: Der Fondsanteil der Police von Rudolf O. floss komplett in Fonds der Infinus-Gruppe.

Rudolf O. will sich auf Anfrage inhaltlich zu den Vorwürfen nicht äußern. Bisher sei ihm nur die Einleitung des Wiener Verfahrens bekannt. Er gebe keine weitere Stellungnahme zu laufenden Verfahren ab, lässt der Beschuldigte dem Handelsblatt über seinen Anwalt ausrichten.

Die Masche hatte offenbar System. Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt derzeit gegen 24 weitere Personen aus dem Umfeld der Infinus-Gruppe. Auch hier steht der Verdacht der Geldwäsche im Raum, auch hier sind üppige Provisionen in das Infinus-Reich zurückgeflossen.

Massimo Bognanni ist Reporter im Handelsblatt Investigativ-Team.
Massimo Bognanni
Handelsblatt / Reporter im Investigativ-Team

Kommentare zu " Verdacht aus Wien: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Infinus-Vorstand"

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  • ...noch ist ja nichts bewiesen - doch es sind wohl immer diese Leute, Leute wie Rudolf O. - die zunächst immer wieder auf die Füße fallen - bis die Blase irgendwann platzt. Für den Laien ist das oft schwer zu durchschauen, auch nicht für den Profi (den Vermittler). Die sogenannten Wirtschaftsprüfer und Steuerberater hätten es merken müssen!! ...kleine Anmerkung, sofern sie nicht geschmiert waren?

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