Verdacht der Steuerhinterziehung
Ermittlungen gegen Santander-Chef

Emilio Botín, starker Mann der spanischen Vorzeigebank Banco Santander, steht im Verdacht, Steuern hinterzogen zu haben. Hinweise darauf gab ein früherer Beschäftigter einer Schweizer Bank.
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MadridDer Chef der spanischen Großbank Banco Santander hat massiven Ärger mit der Justiz: Wie der Nationale Gerichtshof mitteilte, wird gegen Emilio Botín und elf weitere Mitglieder der Familie wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ermittelt. Der Aktienkurs der größten Bank Europas nach Marktkapitalisierung gab daraufhin mehr als ein Prozent nach.

Die Botíns werden verdächtigt, Gelder auf Schweizer Konten geparkt zu haben und diese in den Jahren 2005 bis 2009 nicht ordnungsgemäß in ihren Steuererklärungen deklariert zu haben. Hinweise darauf fanden französische Behörden auf einer CD mit Kontoinformationen, die ein früherer Mitarbeiter der Bank HSBC in der Schweiz gestohlen und an die Ermittler verkauft hatte. Die Franzosen informierten daraufhin im Mai 2010 ihre spanischen Kollegen.

Das spanische Finanzamt forderte anschließend Botín und dessen Angehörige auf, Belege für ihre Zahlungen an das Finanzamt vorzulegen. Dies sei auch geschehen, hieß es. Die Finanzbehörden sahen sich jedoch nicht in der Lage festzustellen, ob die Angaben vollständig und wahrheitsgemäß waren. Sie schalteten daraufhin die Staatsanwaltschaft ein. Diese legte ein Klagegesuch vor, um zu verhindern, dass die Angelegenheit verjährt. Der Nationale Gerichtshof gab dem Gesuch jetzt statt und wird nun weiter ermitteln.

Die Familie des Bankiers beteuerte ihre Unschuld. Bei dem Vermögen in der Schweiz handele es sich um ein Erbe: Emilios Vater sei 1936 nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs in Spanien in die Schweiz geflüchtet und habe Teile des Familienbesitzes dorthin transferiert. Emilio und sein Bruder Jaime Botín hätten das Erbe im vorigen Jahr versteuert und 200 Millionen Euro gezahlt, teilte die Familie mit. Wenn sich herausstellen sollte, dass der Bankier die Guthaben komplett versteuert habe, werde der Fall zu den Akten gelegt, betonte die Anklagebehörde.

Unter den Verdächtigen ist auch Emilio Botins Tochter Ana Patricia. Die 50-Jährige leitet das Geschäft der Bank in Großbritannien und gilt als Favoritin für das berufliche Erbe ihres Vaters.

Die Ermittlungen gegen den 76-jährigen Santander-Chairman dürften auch auf der morgigen Hauptversammlung der Großbank für Wirbel sorgen. Es ist bereits das zweite Mal binnen weniger Monate, dass Topmanager des Instituts Ärger mit der Justiz haben: Gegen den Santander-Vorstandschef Alfredo Saenz verhängte der Oberste Gerichtshof im März eine dreimonatige Haftstrafe plus entsprechendes Berufsverbot. Saenz soll 1994 als damaliger Präsident der Bank Banesto falsche Anschuldigungen gegen vier Geschäftsleute erhoben haben, um sie zur Rückzahlung von Schulden zu zwingen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Till Hoppe
Till Hoppe
Handelsblatt / Europa - Korrespondent in Brüssel

Kommentare zu " Verdacht der Steuerhinterziehung: Ermittlungen gegen Santander-Chef"

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  • Geld unters Kopfkissen?

  • Fazit aus den ganzen Kommentaren? Wieso vertrauen wir unser Geld diesen Kriminellen noch an? Ohne unser Geld sähen die wirklich alt aus. Wenn ich die ganze Reklame der Banken für ein paar läppische Zinsen sehe, kommt mir das kotzen. 2,6% Spitzenzins für Festgeld und 16,75% für Kontokorrent. Letzteres ist einfach Wucher! Wo bleibt da die Aufsicht des Staates?

  • Kann man als klar denkender Mensch sowas eigentlich noch verstehen?
    Der Mann verdient jedes Jahr Millionen von Euro!
    Für mich sind das alles schwerkriminelle Kapitalverbrecher, asoziale Finanzterroristen und gehören auf Lebenszeit hinter Gittern.
    Diese Leute ruinieren ganze Volkswirtschaften.
    Ich bin gespaßt, wann in Europa die ersten Bankentürme brennen. Wenn es so weitergeht, scheit das wohl nicht mehr so lange zu dauern.
    Ich bin mittlerweile richtig sauer und wütend!

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