Verdi besorgt
Droht dem Bankensektor ein weiterer Jobabbau?

Deutsche Banken könnten erneut Stellen abbauen, schätzt die Gewerkschaft Verdi. Grund ist das auf wackeligen Beinen stehende Privatkundengeschäft. Bei einzelnen Banken werde darüber schon diskutiert.
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Berlin/DüsseldorfFünf Jahre nach Ausbruch der Finanzmarktkrise droht im Bankensektor nach Einschätzung der Gewerkschaft Verdi erneut ein Stellenabbau. Nachdem in den ersten Krisenjahren vor allem Arbeitsplätze im Investmentbanking gestrichen worden seien, gebe es jetzt bei einzelnen Großbanken erste Überlegungen zu einem Umbau ihres Privatkundengeschäftes, sagte Verdi-Bankexperte Mark Roach der Nachrichtenagentur dpa.

„Das Privatkundengeschäft schwächelt“, schilderte Roach. Durch das niedrige Zinsniveau seien die Gewinnspannen der Institute unter Druck geraten. Dies führe bereits zu Diskussionen innerhalb einzelner Banken. „Da ist noch nichts spruchreif. Wir warnen aber davor, das Kind mit dem Bade auszuschütten“, unterstrich der Verdi-Bankexperte.

Nach wie vor sei das Privatkundengeschäft ein profitables Feld, meinte Roach. Der Bereich sei für Kreditinstitute grundsätzlich ein stabiles Standbein, wie sich in der Krise gezeigt habe. Deshalb sollte es dort jetzt auch keinen Stellenabbau geben, forderte Roach.

Banken sind nach Verdi-Einschätzung mit neuen Ansätzen bei den Vertriebszielen und der Kundenberatung auf dem richtigen Weg. „In den ersten zwei Jahren der Finanzmarktkrise hat es einen erheblichen Druck auf Bankmitarbeiter gegeben, die Vertriebsziele trotzdem zu erreichen“, erklärte Roach. Mittlerweile habe es ein Umdenken bei Privatbanken, Sparkassen und Volksbanken gegeben.

„Kundenberater haben heute zumeist nicht mehr den Druck, ein ganz konkretes Produkt zu vertreiben“, sagte der Verdi-Experte. Auf die Bedürfnisse der Kunden könne ein Mitarbeiter mit einer größeren Auswahl an Produkten besser eingehen. Außerdem würden Vertriebsziele zunehmend für ganze Teams und nicht mehr für einzelne Mitarbeiter aufgestellt. Bei der Zeitvorgabe der Vertriebsziele gehe der Trend von täglichen und wöchentlichen Überprüfungen zur Monatsabfrage.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die meisten Banken auf der Liste sind doch nur Zombies von Steuerzahlers Gnaden. Angefangen von der Commerzbank über die Landesbanken bis zur HRE. Besonders lustig die Behauptung, dass die HRE die Krise nur knapp überlebte. Die HRE ist pleite, die Aktionäre haben bis auf Centbeträge alles verloren, wo bitte schön hat die HRE die Krise überlebt ? Ohne Steuerzahlers Hilfe würden da oben auf der Liste maximal 4 Banken stehen - der Rest wäre sang und klanglos abgesoffen !!!

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