Verdi-Chef aus dem Rennen
Bsirske wird nicht Aufsichtsrats-Vize der Deutschen Bank

Der Verdi-Chef Frank Bsirske wurde immer wieder als Stellvertreter für Chefkontrolleur Paul Achleitner gehandelt – doch in das mächtige Kontrollgremium zieht nun ein anderer Kandidat ein.
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FrankfurtVerdi-Chef Frank Bsirske soll nun doch nicht stellvertretender Aufsichtsratschef der Deutschen Bank werden. Die Nominierten der Dienstleistungsgewerkschaft hätten sich auf Gesamtbetriebsratschef Alfred Herling als Kandidat verständigt, teilten sie der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch schriftlich mit.

Herling ist bereits Mitglied des Aufsichtsrats. Der 1952 geborene Wuppertaler sei jemand, "der einen Vorlauf in der Deutschen Bank hat". Die Position von Verdi im Aufsichtsrat solle so gestärkt werden. Zuvor war Bsirske immer wieder als Kandidat für den Posten des Stellvertreters von Chefkontrolleur Paul Achleitner gehandelt worden, was aber zu heftigem Widerspruch der kleineren Gewerkschaften geführt hatte. Ihnen ist Bsirske in vielen Fragen zu bankfern. Gewerkschaftskreisen zufolge haben sich die Verdi-Nominierten schon vor längerer Zeit auf Herling verständigt.

"Eine der wichtigsten Aufgaben ist es, für alle Beschäftigten im Deutsche-Bank-Konzern gute Arbeits- und Entlohnungsbedingungen zu erreichen und zu sichern", erklärte Herling gegenüber Reuters. Dazu trage eine starke betriebliche Verankerung von Verdi in allen Bereichen der Bank bei.

Bsirske ist einer der drei externen Verdi-Kandidaten, die bei der Mitarbeiterwahl im Mai 2013 in das mächtige Kontrollgremium einziehen sollen. Um die Besetzung der zehn Arbeitnehmersitze in dem 20-köpfigen Kontrollgremium läuft hinter den Kulissen seit Wochen ein harter Kampf. Speziell die kleineren Gewerkschaften DBV, dpvkom und komba wollen Verdi Paroli bieten und ihre Macht zumindest halten.

Mit Herling könne man aber leben, hieß es aus ihrem Umfeld. Bisherige Vize-Chefin im Aufsichtsrat ist Karin Ruck von DBV, die aber nicht mehr antritt. Den Stellvertreterposten stellen traditionell die Arbeitnehmer, während der Vorsitzende von der Aktionärsseite kommt. Das Gremium wählt den Vize selbst, die Aktionärsvertreter folgen üblicherweise dem Arbeitnehmervorschlag.

Im Gegensatz zu anderen Instituten spielt Verdi unter den 100.000 Mitarbeitern der Deutschen Bank bislang nicht die dominante Rolle. Seit der Übernahme der traditionell von Verdi beherrschten Postbank mit ihren 20.000 Beschäftigten hat sich das Machtgefüge aber etwas verändert. Dort liegt der Organisationsgrad Finanzkreisen zufolge bei deutlich über 50 Prozent, während er bei der alten Deutschen Bank nur rund zehn Prozent beträgt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verdi-Chef aus dem Rennen: Bsirske wird nicht Aufsichtsrats-Vize der Deutschen Bank"

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  • Bsirske ist ein "sich die Taschen Vollmacher".
    Vor so einem Dreck ... null Respekt. Die ganzen Gewerkschaften sind der letzte Müll. Vertreten ausschliesslich ihre persönlichen Interessen ... u. die doooofen Mitglieder merken nix!

  • Na dann Prost! Der gekaufte Mann!

    Es kann es ja machen wie diverse seiner Vorgänger, die gingen dann schon mal während einer "kritischen" Abstimmung aufs Klo, um das wahre Gesicht des Kapitalismus dann doch nichz zeigen zu müssen .... !

  • Oder nicht doch Slalom-Spezialisten?

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