Verdienst bei der Deutschen Bank Nur noch 300 schaffen es über die Millionengrenze

Die Deutsche Bank hat den Gürtel enger geschnallt: John Cryan verzichtet freiwillig auf 400.000 Euro Gehalt. Auch die Zahl der Einkommensmillionäre des Geldhauses geht drastisch zurück, zeigt der Geschäftsbericht.
Update: 20.03.2017 - 11:17 Uhr 21 Kommentare
Der Chef der Deutschen Bank verdient freiwillig weniger. Quelle: dpa
John Cryan

Der Chef der Deutschen Bank verdient freiwillig weniger.

(Foto: dpa)

FrankfurtDeutsche-Bank-Chef John Cryan hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, wie er über das Gehaltsniveau seiner Branche denkt. „Ich glaube, dass die Leute im Bankensektor zu viel Geld verdienen“, sagte der Brite einmal kurz nach seinem Amtsantritt im Herbst 2015. Das schließt das eigene Institut mit ein: „Wir bezahlen einfach durch die Bank zu gut“, rügte Cryan.

Daraus hat er Konsequenzen gezogen, auch für sich selbst: Er ließ sein Fixgehalt um rund zehn Prozent auf 3,4 Millionen Euro kürzen, wie aus dem neuen Vergütungssystem hervorgeht, das die Bank am Montag veröffentlichte. Im vergangenen Jahr hatte Cryan noch 3,8 Millionen Euro verdient. Besser gestellt werden dafür seine beiden Stellvertreter, Marcus Schenck und Christian Sewing, deren Fixgehalt von 2,4 Millionen auf drei Millionen Euro steigt.

Schon im vergangenen Jahr gab sich der Vorstand angesichts eines Milliardenverlustes für die Bank bescheiden. Der Vorstand verzichtete auf jedwede variable Vergütung für das Geschäftsjahr und auch die individuellen Boni für die Mitarbeiter wurde gestrichen. Nur die Gruppenleistung wird ausgeschüttet. Dadurch sinken die Ausgaben für die variable Vergütung um 77 Prozent.

Vor allem für die verwöhnten Investmentbanker dürfte das eine böse Überraschung gewesen sein. Die Zahl der Einkommensmillionäre ist um 60 Prozent auf 316 Personen gesunken, wie aus dem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht hervorgeht. Die Gesamteinkünfte der so genannten „Material Risk Taker“, also der Mitarbeiter, die einen wesentlichen Einfluss auf das Risikoprofil der Deutschen Bank haben, sank dadurch um rund 40 Prozent auf insgesamt 1,6 Milliarden Euro.
Auch bekamen die Deutsche-Bank-Mitarbeiter insgesamt weniger Geld: Ihre Gesamtvergütung sank von 10,5 Milliarden Euro im Jahr 2015 auf 8,9 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Kleiner Trost: In diesem Jahr soll es auch für die Mitarbeiter wieder besser laufen. „Wir planen im Jahr 2017 zu unseren normalen Vergütungsprogrammen zurückzukehren“, schreibt der Vorstand im Geschäftsbericht.

Außerdem gibt es weniger Menschen, die bei der Bank arbeiten. So sank die Zahl der Mitarbeiter 2016 um 1.360 Menschen oder 1,3 Prozent auf 99.744 Vollbeschäftigte insgesamt. Die Bank sei bestrebt gewesen, Stellen vorzugsweise mit internen Bewerbern zu besetzen, hieß es in dem Geschäftsbericht.

Aktie rutscht ans Dax-Ende

Nach zwei verlustreichen Sanierungsjahren macht die Deutsche Bank den Anlegern Hoffnung auf bessere Zeiten – bislang allerdings mit wenig Erfolg. Mit einem Minus von 1,9 Prozent war die Deutsche-Bank-Aktie nach Veröffentlichung des Geschäftsberichts am Montag Schlusslicht im Dax.

Das sind die Spitzenverdiener im Dax
Platz 30: Reinhard Ploss
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Von allen CEOs verdiente Reinhard Ploss im vergangenen Jahr am wenigsten. Der Vorstandschef von Infineon erhielt 2016 knapp über 2,3 Millionen Euro. Das sind rund 500.000 Euro weniger, als er noch 2015 bezog..

Quelle: Dr. Heinz Evers Vergütungsberatung für das Handelsblatt

Platz 29: Peter Terium
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3,49 Millionen Euro erhielt Peter Terium 2016 für sein Arbeit. 2015 verdiente der Vorstandsvorsitzende von RWE noch mehr als 5 Millionen Euro. Terium wechselte im Herbst zu der Tochter Innogy, in die RWE das Geschäft mit den Erneuerbaren Energien abgespalten hat.

Platz 28: Martin Zielke
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Nur 6000 Euro mehr als RWE-Chef Terium verdiente 2016 Martin Zielke. Im zurückliegendem Jahr kam er auf 3,496 Millionen Euro. Zielke wurde allerdings auch erst ab Mai Manager der deutschen Privatbank. 2015 verdiente er noch rund 2,4 Millionen Euro.

Platz 15: Tim Höttges
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Der Manger und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom verdiente 2016 rund 6,12 Millionen Euro. Damit konnte Tim Höttges sein Gehalt minimal steigern. 2015 erhielt er noch 23.000 Euro weniger.

Platz 14: Oliver Bäte
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Der Vorstandsvorsitzende der Allianz hat 2016 rund 6,2 Millionen Euro verdient. Im Vergleich zu 2015 konnte Bäte seinen Verdienst so deutlich steigern. Damals bekam er fast eine Million Euro weniger. Bäte wurde allerdings auch erst im Mai 2015 Chef.

Platz 13: Werner Baumann
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Der Manager ist seit Mai 2016 Vorstandsvorsitzender von Bayer. Seine erste wichtige Amtshandlung war das Übernahmeangebot von Bayer mit dem US-Saatgutriesen Monsanto. 2016 verdiente der 54-Jährige 6,4 Millionen Euro und landet damit auf Platz zehn. Sein Vorgänger Marijn Dekkers hatte 2015 eine fast genauso hohe Vergütung erhalten.

Platz 12: Frank Appel
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Seit 2008 ist Appel Chef der Deutschen Post. Der 55-Jährige studierte Chemie und Neurologie und arbeitete danach zunächst als Berater und Projektleiter bei McKinsey & Co. Im vergangenen Jahr verdiente er 6,6 Millionen Euro – ein Plus von rund 500.000 Euro.

Auf dem Papier lastet auch die acht Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung, die die Bank im Rahmen ihrer neuen Strategie angekündigt hatte und die nun anläuft. Es ist die vierte Kapitalerhöhung in sieben Jahren. Die neuen Aktien werden zu je 11,65 Euro ausgegeben - ein Abschlag von rund 35 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag.

Aktionäre können die neuen Papiere von Dienstag an bis zum 6. April zeichnen - für je zwei ihrer Aktien erhalten sie ein Bezugsrecht für eine neue. Laut Finanzkreisen ziehen die größten Aktionäre Katar, HNA aus China und Blackrock mit, die zusammen auf mehr als 15 Prozent der Anteile kommen. Einige andere wichtige Investoren sind dagegen noch unentschieden.

Nicht alle Großinvestoren glauben, dass die Bank sich erholt
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21 Kommentare zu "Verdienst bei der Deutschen Bank: Nur noch 300 schaffen es über die Millionengrenze"

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  • Ich würde befürworten, dass die Bank sich umbenennt. Findet sich bestimmt ein toller amerikanischer Begriff. Ein Aushängeschild für Deutschland ist diese Bank längst nicht mehr.

  • "Nur noch" 300 Einkommensmillionäre bei der Deutschern Bank
    Wo ist das Spendenkonto? Notleidene Bankster, schnell einen Bailout, aber dalli!

  • "Nur noch" 300 Einkommensmillionäre bei der Deutschern Bank. Was haben denn diese 300 so Außergewöhnliches geleistet, außer dass sie einer Kaste angeblich Unverzichtbarer angehören? Besonders, wenn man bedenkt, wie gut es dieser Bank heute geht.

  • Rückgratlose, aalglatte Wirtschaftslobbyisten wie z. Bsp. Hüther, haben wir mittlerweile viel zu viele!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Aalglatt, wie aus dem Ei gepellt und immer auf der richtigen Seite des Großkapitals präsent. In jeder politischen Talkshow vertreten, um die immergleiche neoliberale Ideologie zu verbreiten und den Menschen einzureden, dass es nur diesen einen Weg gibt, den wir als Gesellschaft gehen müssen.
    Strukturreformen fordern solche Typen immer nur für die anderen, da sie selbst niemals davon betroffen sein werden.
    Ihr kotzt mich an!
    Nein und das war nicht sachlich, dann löscht es halt wieder @ HB!

  • So Typen wie der, sind mein persönliches Feindbild!

  • ... Berufskarriere kennengelernt haben

  • Können natürlich so Typen wie Hüther und Co. nicht nachvollziehen, weil sie außer Uni und Elfenbeinturm nichts anderes in ihrer Berugskarriere kennengeklernt haben.
    So Leute wie Hüther sollten mal für mind. 24 Monate am Fliessband oder der Werkbank, im Handwerk für wenig Geld hart arbeiten, mal schauen, ob sie dann immer noch ihre kruden neolibralen Thesen vetreten würden.

  • Wenn Ü50 arbeitlos und dann Hartz IV!

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