Vergleich
Banker bekommen niedrigere Boni, aber höhere Gehälter

Banken zahlen für dieses Jahr deutliche niedrigere Boni. Stattdessen sind jedoch die Fixgehälter der Angestellten gestiegen. Das macht die Geldinstitute allerdings in der Krise weniger flexibel.
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Zürich/FrankfurtZurückhaltende Kunden, volatile Märkte, härtere Regulierung - das laufende Jahr verlief für die Bankenbranche schlecht. Und so langsam zeichnet sich ab, was das für die Bonuszahlungen heißt. Die Schweizer Großbank Crédit Suisse bereitet ihre Leute auf kräftige Bonuskürzungen vor. Bankpräsident Urs Rohner hatte in der "Handelszeitung" angekündigt, dass der Bonustopf in diesem Jahr "deutlich geringer" ausfallen wird. In Schweizer Finanzkreisen ist von einer Kürzung von um die 40 Prozent die Rede. "Der Trend geht eindeutig nach unten", erklärte ein Sprecher der Crédit Suisse, genaue Zahlen sollen erst mit der Vorlage des Geschäftsberichts vorgelegt werden. Ähnliches war bei Wettbewerber UBS zu hören.

In Deutschland rechnet Nils Wilm, Managing Partner beim Beratungsunternehmen Banking Consult, nach intensiven Gesprächen mit Marktteilnehmern mit einem Bonusrückgang von 20 bis 40 Prozent. Dabei spiele es keine Rolle, dass in einigen Bereichen wie bei Fusionen und Übernahmen das Geschäft in Deutschland mit einem Plus von über 60 Prozent in diesem Jahr kräftig gestiegen ist.

Wilm erklärt die Bonusreduzierungen vor allem mit den erhöhten Eigenkapitalanforderungen der Banken durch die Finanzaufsichten. "Das Management der Banken nutzt das Instrument Bonusreduktion, um Geld freizusetzen und den erhöhten Grenzwerten bei Eigenkapital zu genügen", sagt der Experte. Gleichzeitig positionierten sich die Institute damit bereits jetzt für das voraussichtlich schwierige nächste Jahr mit vielen Risiken wie der noch nicht ausgestandenen Schuldenkrise in Europa und den allgemein schlechten Wirtschaftsaussichten.

Doch trotz der zurückgehenden Boni dürfte der Einkommensrückgang der Investment-Banker unter dem Strich weniger heftig ausfallen. Denn in der Vergangenheit haben auch die Schweizer Großbanken den Anteil der Boni an der Vergütung gesenkt und die Fixgehälter erhöht.

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  • Schwingt da ein bisschen Neid mit oder wird hier einfach aus purem Populismus das Gehalt von im Umfang nicht klar definierten "leitenden Angestellten" vollkommen ohne Relation zur erbrachten Arbeitsleistung und -belastung als ungerechtfertigt zu hoch deklariert? Kürzen Sie den Artikel doch nächstes Mal einfach ab und beschränken sich auf: "Banker machen irgendwas, wovon ich keine Ahnung habe, und kriegen dafür mehr Geld als ich. Das find ich voll doof und deshalb schreibe ich verleumdende Artikel".

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