Vergütungspraxis
Aufsicht kritisiert Gehälter deutscher Top-Banker

Die Finanzaufsicht Bafin prüfte die Vergütungspraxis von 16 großen deutschen Geldhäusern. Mit dem Ergebnis ist die Bonner Behörde nicht zufrieden. Einige Institute umgehen besonders scharfe Verhaltensregeln.
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FrankfurtDie Finanzaufsicht Bafin ist mit der Vergütungspraxis deutscher Banken für ihr Top-Personal nicht zufrieden. Zu diesem Ergebnis kommt die Bonner Behörde nach einer Prüfung bei 16 großen Geldhäusern. "Wir sind nicht mit allem glücklich, was wir gefunden haben", sagte der Chef der Bankenaufsicht bei der Bafin, Raimund Röseler, der "Welt" laut Vorabbericht vom Sonntag. So hätten einige Kreditinstitute den Kreis für sogenannte "Risikoträger", die Entscheidungen mit weitreichenden Folgen für ihr Institut treffen und daher besonders scharfen Verhaltensregeln unterliegen, viel zu eng gefasst.

Die europäische Bankenbehörde EBA hat gerade alle Einkommensmillionäre in den Banken erfasst. "Doch nicht alle diese Mitarbeiter finden sich bei deutschen Banken auf der Liste der Risikoträger, für die besondere Vergütungsregeln gelten", sagte Röseler. "Das darf nicht sein: Wer so viel verdient, ist eindeutig ein Risikoträger und muss sich unseren Vergütungsregeln unterwerfen."

Die Europäische Union (EU) hat die Boni im Zuge der verschärften Eigenkapital-Vorschriften für Banken deutlich begrenzt. Nur mit Zustimmung der Aktionäre dürfen Banker künftig ihr Grundgehalt mit Boni verdreifachen, sonst dürfen die Boni maximal so hoch sein wie das jährliche Fixum. Es geht um Angestellte, die insgesamt eine halbe Million Euro im Jahr und mehr verdienen. Damit soll verhindert werden, dass Banker bei ihren Geschäften zu viel riskieren, um noch mehr Geld zu verdienen.

Das Lohn- und Bonussystem der Investmentbanker wird als ein Grund angesehen, warum in der Finanzkrise Banken Pleite gingen oder vom Steuerzahler gerettet werden mussten. Die EBA muss aber bis zum Frühjahr noch festlegen, welche Banker von den neuen Regeln überhaupt betroffen sind. Die EU hatte von Tausenden Risikoträgern gesprochen. Bei der Deutschen Bank sind allein 1300 in diese Kategorie eingestuft.

Optimistisch zeigte sich Röseler dagegen hinsichtlich der Stresstests der Europäischen Zentralbank (EZB) im nächsten Jahr. Die deutschen Banken seien gut aufgestellt. Sie hätten ihr Eigenkapital erheblich aufgestockt. "Beim neuen Stresstest erwarte ich deshalb kein Blutbad", sagte Röseler.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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