Vergütungsregeln
Banken setzen falsche Lohn-Anreize

„Schwerwiegende Mängel” stellt die Finanzaufsicht Bafin bei der Bezahlung von Top-Bankern fest. Zwar gebe es Fortschritte, Vergütungen nachvollziehbarer und nachhaltiger zu gestalten. Doch es gebe noch Luft nach oben.
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Mainz/Frankfurt Die Vergütungsmodelle vieler Banken setzen nach Ansicht der Finanzaufsicht BaFin nach wie vor falsche Anreize für Top-Mitarbeiter. In einer fast abgeschlossenen Sonderprüfung großer deutscher Institute seien teils „schwerwiegende Mängel” bei der Umsetzung der neuen Vergütungsregeln festgestellt worden, sagte BaFin-Referent Matthias Jaeger am Dienstag auf einer Branchenkonferenz in Mainz.

Zwar gebe es bei allen Geldhäusern Fortschritte, Vergütungen nachvollziehbarer und nachhaltiger zu gestalten. „Wir sind aber noch nicht auf dem letzten Drittel des Weges. Es gibt noch Luft nach oben.” Derzeit laufe die Prüfung der 15. und letzten Bank, die untersucht wird. Danach sollen die Ergebnisse publik gemacht werden. Wann genau, ist noch unklar. Welche Banken die BaFin unter die Lupe nimmt, ist nicht bekannt.

Falsche Anreize für Bankvorstände und Bankmitarbeiter, die bei ihrer Arbeit hohe Risiken eingehen - etwa Chefhändler -, gelten als einer der Auslöser der Finanzkrise. Seitdem gilt die Grundregel, dass Boni in einem angemessenen Verhältnis zum Fixgehalt stehen müssen. Vom nächsten Jahr an dürfen die variablen Vergütungen maximal so hoch sein wie das Fixgehalt.

Allerdings haben der Aufsichtsrat oder die Eigentümer der Bank die Möglichkeit, von dieser Grundregel abzuweichen und den Bonus auf maximal das Doppelte des Fixgehalts zu erhöhen. Zudem müssen variable Zahlungen am Gesamterfolg der Bank orientiert sein, dürfen erst nach mehreren Jahren ausgezahlt werden und müssen im Falle etwa von Verlusten des Instituts auch wieder zurückgezahlt werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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