Vergütungsregeln
Zugriff auf Banker-Boni verzögert sich

Die Einführung neuer Vergütungsregeln für wichtige Bankmanager verzögert sich. Erst ab März 2017 kann die Bank künftig Boni zurückfordern, wenn sich etwa der Erfolg der Bank als nicht nachhaltig erweist.
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BerlinIn der Vergangenheit war die Vergütungspraxis der Banken abenteuerlich. Viele Investmentbanken hatten Anreizsysteme, die kurzfristige Gewinnmaximierung belohnten, ohne auf die nachhaltige Entwicklung der Bank zu achten. Ein markantes Beispiel dafür ist der ehemalige Händler der Deutschen Bank, Christian Bittar, der 2008 für gewagte Finanzwetten Boni in Höhe von 80 Millionen Euro einstrich.

Diesem Gebaren wurde ein Riegel vorgeschoben. Mittlerweile müssen die Banken bei der Gestaltung der Vergütungssysteme darauf achten, dass es keine Anreize gibt, unverhältnismäßig hohe Risiken einzugehen. Mit Blick auf den Verbraucher ist das Unternehmen auch gehalten, die Vergütung nicht an Absatzziele zu koppeln.

Längst gibt es auch Regeln für das Verhältnis von fixem Gehalt und Bonus für sogenannte Risikoträger, also Manager, die Einfluss auf das Risikoprofil einer Bank haben und damit für Verluste sorgen können. Danach darf der Bonus maximal doppelt so hoch sein wie sein Fixum. Aber ein zentraler Baustein fehlte bislang noch: Die Möglichkeit, ausgeschüttete Boni zurückzufordern, wenn sich etwa der Erfolg der Bank als nicht nachhaltig erweist.

Das sollte ursprünglich mit der Reform der Institutsvergütungsverordnung schon zum 1. Januar 2017 angepasst werden. Am heutigen Montag teilte die Finanzaufsicht Bafin mit, dass mit der Einführung nun erst zum 1. März 2017 zu rechnen sei. Ursprünglich sollte die geplante Pflicht, Risikoträger zu identifizieren, auf alle Institute ausgeweitet werden. Darauf will man vorerst mit Blick auf die Überarbeitung der europäischen Eigenmittelrichtlinie Basel III verzichten. Jetzt wird die Verordnung noch mal auf ihre Konsistenz hin überprüft.

Ab März 2017 gelten für Kreditinstitute aber die neuen Regeln. Dann müssen die Banken vertraglich dafür sorgen, dass ausgezahlte Boni von den Managern zurückgefordert werden können. Aber es reiche nicht, die gesetzlichen Voraussetzungen zu schaffen, heißt es bei der Bafin.

In der Praxis müssen die Banken die Boni auch tatsächlich zurückfordern, wenn sich der Erfolg der Bank als nicht nachhaltig erweist. Laut Verordnung sollen die Banken zudem darauf hinwirken, dass auch laufende Verträge geändert werden, sofern das rechtlich zulässig sei. Für Altverträge dürften die neuen Regeln nicht mehr gelten.

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