Verhandlungen über besseres Rating: Sachsen öffnet seine Landesbank

Verhandlungen über besseres Rating
Sachsen öffnet seine Landesbank

Der Freistaat Sachsen schafft die gesetzlichen Voraussetzungen für einen Einstieg der WestLB bei der Landesbank Sachsen Girozentrale (SachsenLB).

BERLIN. Noch in der ersten Jahreshälfte soll der Gesetzesentwurf in den Landtag eingebracht werden, erfuhr das Handelsblatt aus dem Finanzministerium in Dresden. Im Gegensatz zu anderen Bundesländern wie Hessen will der sächsische Finanzminister Horst Metz (CDU) den Sparkassen allerdings nicht die Möglichkeit geben, Stammkapital zu bilden.

Mitte Dezember 2005 schlossen die WestLB, die SachsenLB und die Sachsen-Finanzgruppe (SFG) einen Kooperationsvertrag zur Entwicklung und Nutzung von Finanzprodukten. Zudem einigte man sich darauf, dass sich die WestLB in einem späteren Schritt mit mindestens 25,1 Prozent an der SachsenLB beteiligen kann. Zuvor hatte SachsenLB-Vorstandschef Herbert Süß allerdings betont, dass sein Institut nach der mittlerweile vollzogenen Kapitalerhöhung von 300 Mill. Euro durch den Freistaat „auch langfristig allein überlebensfähig“ sei. Die Bank benötige keine Hilfe von außen. „Für uns heißt die Botschaft nicht: last exit Düsseldorf“, bestätigte ein Sprecher gestern die Haltung der Landesbank. Formal argumentiert die WestLB: „Wenn sich die WestLB als AG beteiligen soll, müssen erst einmal die gesetzgeberischen Voraussetzungen geschaffen werden.“

Durch die Kapitalerhöhung hält der Freistaat direkt 37 Prozent der Anteile, die SFG 63 Prozent. Die SFG ist eine Finanzholding von acht sächsischen Sparkassen, die 70 Prozent der Bilanzsumme aller sächsischen Sparkassen auf sich vereinen, und dem Freistaat. Insgesamt hält der Freistaat rund die Hälfte der SachsenLB-Anteile. Kommt es zu einer Anteilsübernahme durch die WestLB, so gilt es als sicher, dass der Freistaat seine direkt gehaltenen Anteile abgibt.

Noch im ersten Quartal nimmt die SachsenLB die Gespräche mit der Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) wieder auf. Als einzige Landesbank ist die SachsenLB von S&P mit einem mittelmäßigen „BBB+“ bewertet worden, was die Refinanzierung erschwert. Erklärtes Ziel ist ein A-Rating.

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