Verhandlungen über Vergleich
Commerzbank droht Milliardenstrafe in den USA

Geldwäsche und Geschäfte mit „Schurkenstaaten“ wie dem Iran: Die USA werfen der Commerzbank massive Verletzungen von Handelssanktionen vor. Die Strafe könnte weit höher ausfallen als angenommen.
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New YorkDie Commerzbank steht in Amerika wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Geldwäsche- und Sanktionsgesetze am Pranger - einem Zeitungsbericht zufolge könnte sie deutlich härter als erwartet bestraft werden. Die Verhandlungen über einen Vergleich, der das Geldhaus mehr als eine Milliarde Dollar (0,8 Mrd Euro) kosten könne, stünden kurz vor dem Abschluss, berichtete die „Financial Times“ am Donnerstag unter Berufung auf Insider.

Wegen des Vorwurfs verbotener Finanzgeschäfte mit sanktionierten Staaten wie dem Iran habe bislang eine Summe von rund 600 Millionen Dollar im Raum gestanden. Durch parallele Ermittlungen wegen des Verdachts der Geldwäsche könne sich der Betrag nun aber fast verdoppeln, heißt es in dem Bericht. Die Einigung könnte zum Jahresende bekanntgegeben werden.

Sollte es zudem Vergleich kommen, würde die Commerzbank dem Bericht zufolge eine Art Bewährungsstrafe akzeptieren: Der Fall werde nicht als kriminell eingestuft, wenn es über einen bestimmten Zeitraum zu keinen neuen Regelverstößen komme. Das könnte für das Institut von hoher Bedeutung sein, da ansonsten der Entzug der Banklizenz in Amerika drohen kann. Damit wäre der Zugang zum wichtigsten Finanzplatz der Welt versperrt.

Die US-Justiz hatte im Juli in einem ähnlichen Fall eine Art Exempel an der französischen Großbank BNP Paribas statuiert. Wegen Geschäften mit dem Iran, Kuba und dem Sudan wurden dem Finanzkonzern Geldstrafen über insgesamt annähernd neun Milliarden Dollar aufgebrummt. Andere Banken, etwa die niederländische ING oder Lloyds aus Großbritannien mussten ebenfalls dran glauben. Auch die Deutsche Börse wurde für Iran-Geschäfte ihrer Tochter Clearstream belangt.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Verhandlungen über Vergleich: Commerzbank droht Milliardenstrafe in den USA"

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  • Sehr geehrter Herr Fischer,
    Ihrer Meinung nach, werden amerikanische Banken verschont ? Dem muss vehement betritten werden.
    Amerikanische Banken müssen auch Strafzahlungen in zweistelligen Millarden Beträgen entrichten, Bsp. JP Morgan & Stanley.
    Was die Commerzbank betzrifft, hat diese die Aktionäre
    hinter das Licht geführt.
    In keinem Quartalsbericht wurde von den kriminellen Machenschaften der Bank berichtet.
    Jetzt müssen die Aktionäre dafür bezahlen (Kurs - und Dividendenverlust !!!)
    In Deutschland ist die Rechtsprechung so bankenfreundlich, dass diese Personen nie und nimmer zu Rechenschaft gezogen werden, weil die deutsche Justiz Dumm, Faul und Feige ist.
    Selbst Strafantrag gegen die gesamte Vorstands - und Aufsichtsriege nach StGB §§ 263, 266 der Coba gestellt.
    Vor der Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main erst einmal zurückgewiesen und nun liegt der Fall bei der Generalstaatsanwaltschaft. Bin doch interessiert, was nun herauskommt.
    Vor den Zivilgerichten (LG und OLG Frankfurt/Main) wurde die Anträge abgewiesen.
    Bankenfreundlichkeit kaum noch zu übertreffen.
    Was heisst in Deutschland vor deutschen Gerichten Gerechtigkeit ??? Kann mir das Einer mal erklären ??
    Bin gespannt auf Ihre Meinung !!
    Die "unbahängigen Richter" sind noch krimineller, wie StGB § 258 a i.V.m. StGB § 13 zeigt.
    Die großen Prozesse, wie Middelhoff, Kirch, Oppenheimer & Co, Hoeneß etc. werden publizitätsmäßig aufgebaut;
    andere werden publizitätsscheu abgewürgt.
    Vergesst die "Rechtsprechung in Deutschland", sondern holt euch einen Mann in schwarzer Tracht und stellt diesen vor Gerichtsgebäude, damit die Passanten sehen, wer von wem ausgebeutet werde [Prinzipal-Agent-Theorie]:
    Intention charakteristic, Intention action, Intention formal und Intention . . . also Moral-Hazard und Hold-up.
    Somit isst konkret dargestellt, dass die Justiz einen nur Ausbeutet.

  • Verhandlungen über Vergleich Commerzbank droht Milliardenstrafe in den USA!

    Warum werden immer neue Gerichtsverfahren gegen deutsche Geldinstitute von US-Gerichten verhandelt?

    Wan wird die US-Justiz gegen eigene Banken solche Protzesse führen?
    Oder ist der einzige Grund, von den deutschen Geldinstituten kann man noch Geld herauspressen???
    Kein Kläger hat das Recht, seine sogenannten Forderungen vor einem US-Gericht geltend zu machen, wenn es gegen deutsche Geldinstitute geht, sind deutsche Gerichte anzurufen.

    Ich würde allen deutschen Geld Instituten, verbieten, Geldgeschäfte mit den USA zu tätigen, in welcher Form auch immer.
    Basta.

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