Verhandlungsmarathon
Europas Bankenunion steht

Mit einem Kraftakt schließen die Europäer unmittelbar vor dem EU-Gipfel die Bankenunion ab. Die Verhandlungen ziehen sich hin – der Teufel steckt im Detail. Die Bankenunion ist zur Zeit das Vorzeigevorhaben der Union.
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BrüsselMit dem Abschluss ihrer lange umstrittenen Bankenunion schützt die Europäische Union Sparer und schont Steuerzahler bei Bankenpleiten. Die Finanzminister der 28 EU-Staaten einigten sich am Mittwoch auf Grundlinien eines Kompromisses. Details zu einem Regelwerk für die Schließung von Pleitebanken waren aber bis zuletzt umstritten. „Es gibt keine größeren Probleme“, resümierte der französische Ressortchef Pierre Moscovici nach knapp zehnstündigen Verhandlungen in Brüssel. „Wir sind bei den letzten Anpassungen(...) Wir bekommen einen guten Abschluss.“

Die EU-Staats- und Regierungschefs erwarteten bis zu ihrem Brüsseler Gipfeltreffen am Donnerstag den fertigen Kompromiss zu dem System für die Banken-Abwicklung. „Das ist die unerlässliche Ergänzung der Währungsunion“, sagte Moscovici. „Das ist gut für die Sicherheit des Bankensystems.“ Unterhändler der EU-Institutionen einigten sich in der Nacht zum Mittwoch in separaten Verhandlungen auf einen besseren Sparerschutz in Europa.

Die Bankenunion ist zur Zeit das Vorzeigevorhaben der Union. Nach der Krise wollen die Europäer für mehr Vertrauen in die europäische Finanzindustrie sorgen. Bei Bankenschieflagen werden verstärkt Aktionäre und Gläubiger in die Pflicht genommen. In der Finanzkrise hatten die EU-Länder insgesamt rund 1,6 Billionen Euro in marode Geldhäuser gepumpt.

Die Verhandlungen mit dem EU-Parlament ergaben, dass bei Bankenkrisen Guthaben von kleinen Sparern in einer Höhe von bis zu 100 000 Euro komplett geschützt sind. Auf ihr Geld sollen Bankkunden künftig bereits nach sieben statt bisher zwanzig Werktagen zugreifen können, erklärte der SPD-Europaabgeordnete Peter Simon.

Mit den Auflagen will die EU auch verhindern, dass es zu „Banken-Runs“ kommt, bei denen Kunden angeschlagener Institute panisch ihr Geld abheben - und die Geldhäuser in noch größere Bedrängnis bringen. Michael Kemmer, Hauptgeschäftsführer des deutschen Bankenverbandes, sprach von einem wichtigen „Signal für die europäischen Bankkunden.“ Das Vertrauen in die Geldhäuser werde gestärkt.

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  • Man sollte die Pension des Herrn auf dem Bild (links) als Sicherheit für die Bandenunion verwenden.

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