Verkauf verzögert sich Düssel Hyp wird zum Ladenhüter

Mehr als ein Jahr nach der Rettung der Düsseldorfer Hypothekenbank (DHB) durch den Einlagensicherungsfonds ist die Zukunft des in Schieflage geratenen Spezialfinanzierers weiter offen. Der ursprünglich bis spätestens Jahresmitte angepeilte Verkaufstermin sei nicht einzuhalten, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.
Die Düsseldorfer Hypothek soll verkauft und saniert werden - die Interessenten verlangen jedoch eine Mitgitft. Quelle: ap

Die Düsseldorfer Hypothek soll verkauft und saniert werden - die Interessenten verlangen jedoch eine Mitgitft.

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FRANKFURT. Die Verhandlungen dauerten an. Sowohl die Prüfung der Bücher, aber auch die Präsentationen des DHB-Managements seien bereits abgeschlossen.

Als Hauptinteressent gilt nach wie vor der US-Finanzinvestor Lone Star, der jedoch für eine Übernahme des Sanierungsfalls noch eine Mitgift des jetzigen Eigentümers fordert. Zumindest ein Beteiligter sprach von weiteren Bietern aus der Beteiligungsbranche - ihnen werden aber geringe Chancen eingeräumt. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB), der den Sicherungsfonds verwaltet, die DHB und Lone Star lehnten einen Kommentar ab.

Die Düssel Hyp mit einer Bilanzsumme von rund 25 Mrd. Euro war im April 2008 in einer Notoperation von der Branche aufgefangen worden. Die Branche insgesamt leidet unter einem Refinanzierungsproblem. Hinzu kamen bei der DHB hauseigene Probleme sowie zuletzt hohe Abschreibungen auf Wertpapiere. Im vergangenen Jahr fiel so ein Verlust von 215 Mio. Euro an. Mittlerweile soll sich die Bank allerdings stabilisiert haben. Branchenkreisen zufolge ist im ersten Halbjahr sogar die Rückkehr in die Gewinnzone in Reichweite.

Umso verwunderlicher ist die erneute Verzögerung des ursprünglich zum Jahreswechsel anvisierten und bereits verschobenen DHB-Verkaufs. Die Gründe sind offenbar vielfältig. Der offensichtlichste ist die von den Käufern geforderte Mitgift. Bereits bei der Notrettung der Allgemeinen Hypothekenbank Rheinboden (AHBR) 2005 hatte Lone Star von den Eigentümern rund 900 Mio. Euro zu Abschirmung künftiger Verluste erhalten. Das Institut, dass heute unter dem Namen Corealcredit firmiert, gilt mittlerweile als saniert.

"Der Einlagensicherungsfonds muss sich entscheiden, ob er die Bank selbst sanieren will oder dafür zahlt, dass es ein Dritter macht", sagte ein Insider. Branchenkenner zweifeln allerdings daran, dass der Fonds letztlich über die nötige Expertise verfügt. Ein Käufer dürfte auf eine Absicherung drängen. "Mit einem Kaufpreis im engeren Sinne kann man da nicht rechnen", sagte ein Insider.

Offen ist, inwieweit der BdB auf Zeit spielen kann. Denn die Mitglieder dürften kaum bereit sein, auf Dauer einen Konkurrenten mit ihren Mitteln am Leben zu halten.

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