Verkauf von Beteiligungen
Neue Hoffnungen auf HVB-Börsengang

Noch vor seinem offiziellen Amtsantritt hat der neue Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier die erste Beteiligung an einem Online-Broker verkauft. Alle Bereiche der Hypo-Vereinsbank-Mutter stehen nun auf dem Prüfstand.

Mailand/FrankfurtDer neue Unicredit -Chef Jean-Pierre Mustier packt die Kapitalprobleme der italienischen Großbank an. Noch vor seinem offiziellen Amtsantritt am Dienstag ließ sich der französische Investmentbanker im Verwaltungsrat eine erneute Überprüfung der Strategie absegnen. Mit dem Verkauf eines 328 Millionen Euro schweren Aktienpakets am Online-Broker Fineco ließ die Mailänder Großbank über Nacht gleich Taten folgen.

Die Münchener Hypo-Vereinsbank zählt Mustier ausdrücklich zu den strategischen Beteiligungen. Das knappe Kapital weckt in Bayern Finanzkreisen zufolge allerdings wieder Hoffnungen auf einen Börsengang der deutschen Unicredit-Tochter, der auch das Investmentbanking des Konzerns zugeordnet ist.

„Strategische Beteiligungen wie die HVB, Osteuropa und die Investmentbank werden ihre Entwicklung fortsetzen“, heißt es in der Mitteilung. Sie sollten aber die Kundenbeziehungen stärker ausschöpfen und Prozesse effizienter gestalten sowie stärker auf den Kapitalbedarf achten. Für alle Bereiche – „ohne Ausnahme“ - würden Gelegenheiten geprüft, schrittweise Mehrwert zu schaffen, „möglicherweise auch durch Verkäufe“, kündigte Unicredit nach der Verwaltungsratssitzung an.

„Bevor die Bank Staatshilfe nimmt, würde sie die HVB an die Börse bringen“, sagte ein hochrangiger Banker der Nachrichtenagentur Reuters. Ein solcher Schritt würde sich sofort positiv auf das Kapitalpolster auswirken. Für die Hypo-Vereinsbank könnte das mehr Selbstständigkeit bedeuten.

Mustier erklärte, kein großer Bereich in der Bank sei von der Überprüfung ausgenommen. Es gehe um Kostensenkungen, aber auch um einen vorsichtigeren Umgang mit Risiken und um eine Optimierung des Kapitals. Italiens Geldhäuser ächzen unter einem 360 Milliarden Euro schweren Berg von faulen Krediten. Allein an insolvente Schuldner hatten sie nach Angaben der italienischen Notenbank im Mai fast 200 Milliarden verliehen. Mustier kündigte an, er wolle das Kreditportfolio außerhalb des Kerngeschäfts „proaktiver“ managen, um die Bilanz zu stärken. Die Strategie seines Vorgängers Federico Ghizzoni war an den Kapitalmärkten krachend durchgefallen.

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Neue Hoffnungen auf HVB-Börsengang

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Eigenkapitalpolster gilt als zu dünn

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