Verkauf von faulen Krediten
US-Bank will Monte Paschi helfen

Die älteste Bank der Welt kann sich laut einem Zeitungsbericht Hoffnungen machen, einen Teil ihrer faulen Kredite verkaufen zu können. Allerdings dürfte der Verkauf in der Bilanz ein milliardenschweres Loch reißen.

MailandDie italienische Krisenbank Monte Paschi kann sich einem Zeitungsbericht zufolge beim geplanten Verkauf fauler Kredite Hoffnung auf eine milliardenschwere Zwischenfinanzierung machen. Die führende US-Bank JP Morgan sei bereit, einen Brückenkredit in Höhe von sieben Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, berichtete „Il Messaggero“ am Donnerstag, ohne Quellen dafür zu nennen.

Das Geld würde an eine Zweckgesellschaft gehen, die faule Kredite im Volumen von 26,6 Milliarden Euro übernehmen solle. Diese Zweckgesellschaft werde zur Finanzierung der Transaktion zudem Anleihen ausgeben, die der italienische Bankenrettungsfonds Atlante teilweise zeichnen könne.

Laut Zeitung hat Monte Paschi die entsprechenden Kredite bereits um gut 63 Prozent abgeschrieben, würde sie aber mit einem Discount von 70 Prozent losschlagen. Das würde in der Bilanz ein vier Milliarden Euro großes Loch reißen.

JP Morgan und Monte dei Paschi di Siena - die Nummer drei der Branche in Italien - lehnten eine Stellungnahme ab. An der Mailänder Börse verteuerten sich die Aktien der Traditionsbank aus der Toskana um fünf Prozent.

Laut der Nachrichtenagentur Reuters verhandelt die älteste Bank der Welt bereits mit dem Bankenrettungsfonds Atlante über den Verkauf von faulen Krediten. Dies bestätigten zwei mit der Situation vertraute Personen. Eine Lösung soll gefunden werden, bevor Ende des Monats das Ergebnis des europäischen Stresstests bekannt gegeben wird.

Der private Fonds Atlante war im April auf Drängen von Wirtschaftsministerium und Notenbank ins Leben gerufen worden, um kriselnden Banken bei Kapitalerhöhungen zu helfen und den Abbau der faulen Kredite zu organisieren. Nach der Rettung von zwei Volksbanken aus dem Veneto ist jedoch mehr als die Hälfte des Fondskapitals von 4,25 Milliarden Euro bereits verbraucht.

Jetzt werde über eine Aufstockung des Fonds beraten oder über die Schaffung eines „Atlante 2“, sagen Insider in Rom. Es gehe um eine Summe von zwei Milliarden Euro. Vergangene Woche hatte die Wirtschaftszeitung „Il sole – 24 ore“ geschrieben, dass ein Fonds geplant werde, der drei bis fünf Millionen Euro an Kapital haben solle, um die notleidenden Kredite aufzukaufen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%