Verkaufsautomatenbetreiber
Allianz Capital Partners verkauft Selecta

Allianz Capital Partners hat seinen Verkaufsautomaten-Betreiber Selecta verkauft. Neuer Eigentümer ist der Finanzinvestor KKR. Dieser war schon 2014 mit der Gewährung eines Kredits eingestiegen.

Der Münchener Versicherungsriese Allianz zieht einen Schlussstrich unter sein Engagement im Beteiligungsgeschäft. Allianz Capital Partners (ACP) gibt den schweizerischen Snack-Verkaufsautomaten-Betreiber Selecta an den Finanzinvestor KKR ab und trennt sich damit von seiner letzten klassischen Unternehmensbeteiligung, wie beide Seiten am Montag mitteilten. ACP hatte als Finanzinvestor teilweise glücklos agiert und hat sich inzwischen auf stabilere Infrastruktur-Beteiligungen wie Windparks oder Raststätten konzentriert. Der Druckmaschinenhersteller Manroland war unter der Ägide von ACP 2011 in die Pleite gerutscht, der Fährbetreiber Scandlines wurde zu einer geringeren Bewertung an den Investor 3i verkauft als bei der Übernahme 2007.

Für Selecta hatte ACP vor acht Jahren 1,1 Milliarden Euro gezahlt, erlöste beim Verkauf an KKR aber nur einen "kleinen positiven Betrag", wie zwei Insider der Nachrichtenagentur Reuters sagten. KKR hatte sich bereits im vergangenen Jahr für die Übernahme positioniert, als der Investor Selecta im Zuge einer Umschuldung mit einem 220-Millionen-Euro-Kredit aus der Klemme half. Gleichzeitig erhielt KKR damit Optionen auf einen Minderheitsanteil an Selecta. Seither mischten die Amerikaner bereits aktiv im Unternehmen mit. Die Allianz hatte Selecta mehrfach vergeblich loszuwerden versucht, doch die 2012 gebotene Summe hätte nicht einmal gereicht, um die Schulden zu decken.

Die Wachstumserwartungen an die Automaten-Branche hatten sich für Finanzinvestoren nicht erfüllt. Auch der Selecta-Rivale Autobar war im vergangenen Jahr in Schwierigkeiten geraten.

Selecta betreibt 145.000 Verkaufsautomaten für Schokoriegel, kalte Getränke, Gummibärchen und Kaffee in Büros, an Bahnhöfen und anderen öffentlichen Plätzen. Mit 4500 Mitarbeitern erwirtschaftet das Unternehmen mit Sitz im schweizerischen Cham einen Jahresumsatz von 714 Millionen Euro (per Ende Juni) und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 123 Millionen Euro. Die mit weniger als zehn Prozent an Selecta beteiligte BlueBay will ihren Anteil behalten.

KKR ist bereits in verwandten Geschäftsfeldern als Investor aktiv. Beim zweitgrößten italienischen Betreiber von Kaffee- und Lebensmittelautomaten, Gruppo Argenta, waren die Amerikaner 2014 ebenfalls über einen Kredit eingestiegen. Zudem gehört KKR der schwäbische Küchengeräte- und Kaffeeautomaten-Hersteller WMF.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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