Verkleinerung beschlossen Commerzbank streitet um Vorstände

Bei der Commerzbank sollen nach dem Willen von Vorstandschef Martin Blessing zwei Vorstandsmitglieder das Feld räumen. Der Aufsichtsrat hat in seiner heutigen Sitzung darüber nur einen Grundsatzbeschluss gefasst.
Update: 07.08.2013 - 16:49 Uhr 10 Kommentare

Weiter so, Martin Blessing!

BerlinDer Plan von Commerzbank-Chef Martin Blessing, zwei Vorstände abzuberufen und die Führungsstruktur der mit Schwierigkeiten kämpfenden Bank zu straffen, gerät ins Stocken. Das Kontrollgremium hat heute lediglich eine Grundsatzentscheidung getroffen, dass zwei Vorstände gehen sollen. Konkrete Personalentscheidungen wurden heute noch nicht gefasst, „um nach eingehenden Beratungen und nach Auslotung von Möglichkeiten für eine einvernehmliche Lösung mit den betroffenen Vorstandsmitgliedern darüber zu entscheiden“, teilte die Bank nach dem Treffen mit. Angeblich gibt es vor allem noch arbeitsrechtliche Probleme, weil Blessing die Ablösung von zwei Vorständen kurzfristig verlangt hatte.

Das Handelsblatt hatte berichtet, die für die Abwicklungssparte NCA zuständigen Manager Jochen Klösges und Ulrich Siebe sollten das Haus verlassen. Vor allem Siebers Abberufung gilt als umstritten, da er auch Arbeitsdirektor ist. Der Gesamtbetriebsratschef der Commerzbank, Uwe Tschäge, hatte gegenüber dem Handelsblatt die Kommunikationspolitik bei der Entscheidung kritisiert: „Das ist nicht mit uns beraten worden“, sagte Tschäge, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Instituts ist.

Im Kontrollgremium gibt es Bedenken, was geschieht, wenn sich die beiden Manager gegen ihre Demission vor Gericht zur Wehr setzen sollten. Rein rechtlich steht die Abberufung auf wackeligen Beinen. Vorstände können laut Aktiengesetz nur aus „wichtigem Grund“ vorzeitig aus ihrem Dienstvertrag entlassen werden. Im Gesetz erwähnt sind Gründe wie grobe Pflichtverletzung, Unfähigkeit zur ordnungsmäßigen Geschäftsführung oder Vertrauensentzug durch die Hauptversammlung.

Doch niemand wirft Sieber und Klösges etwas Derartiges vor. Die Bank begründet ihren Schritt vielmehr organisatorisch. Sie sagt, dass die Abwicklung der Altlasten schneller Fortschritte macht als erwartet - und argumentiert damit, dass sie die Aufgaben umorganisieren will.

Blessing will nicht nur im Vorstand umbauen. Im Intranet der Bank erläuterte er seine Pläne ausführlicher: „Ziel ist es, Bürokratie weiter abzubauen, Entscheidungen schneller zu treffen und insgesamt als Commerzbank wieder agiler zu werden. Derzeit haben wir 55 Führungskräfte auf der ersten Ebene. Diese Zahl werden wir um rund 20 Prozent reduzieren. Auch die zweite Führungsebene werden wir verkleinern, da wir hier ebenfalls Überkapazitäten haben.“ Bis Jahresende solle der Abbau durch sein.

Die Commerzbank wird für das zweite Quartal am Mittwochabend oder Donnerstagmorgen voraussichtlich einen schweren Gewinneinbruch melden. Den Ergebnissen einer Umfrage unter fünf Analysten zufolge wird der Nettogewinn im Vergleich zum Vorjahr um 91 Prozent auf 24 Millionen Euro schrumpfen. Hauptgrund für die schwache Gewinnentwicklung ist die voraussichtlich erheblich ausgeweitete Risikovorsorge im Kreditgeschäft. Laut den befragten Analysten wird sie um 26 Prozent höher liegen und 511 Millionen Euro erreichen.

  • mdo
  • saf
  • pk
  • rob
  • yo
Startseite

Mehr zu: Verkleinerung beschlossen - Commerzbank streitet um Vorstände

10 Kommentare zu "Verkleinerung beschlossen: Commerzbank streitet um Vorstände"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Blessing räumt auf? Wie kann es sein, das Manager, Experten, überbezahlt und belohnt mit Boni, langfristige Verträge zu horrende Konditionen erhalten, nur um ein paar Tage wieder entlassen zu werden? Wieso werden Mitarbeiter derart verachtet, da sie doch wirklich arbeiten. Warum tragen die Manger, experten nicht die Kopsten, die sie vorsätzlich verursacht haben. Laien sagen: Manager, Experten haben vorsätzlich versagt!!!

  • Trotz mieser Zahlen, endlich ein Zeichen, auch bei Vorständen zu sparen und nicht nur Entlassungen beim Fussvolk anzukündigen. Bleibt zu hoffen, dass auch einige Bereichs- und Abteilungsleiter im zweiten Schritt freigesetzt werden und die Rentabilität des Institutes steigt.

    Ähnliches würde man sich bei Deka und LBB im Sparkassensektor wünschen, wo trotz Reduzierung des Kapitalmartktgeschäftes und vorgesehenem Personalabbau die Zahl der Häuptlige erhalten bleibt oder ausgebaut wird.

    Stattdessen lamentieren aber die Sparkassenvorstände darüber, dass Ihnen angeblich die CoBank das Mittelstandsgeschäft kaputt macht. Soviel gestörte Wahrnehmung hatte doch bisher nur der Vorstand der 2005 abgesetzte Vorstand der IKB.

  • Traurig! ... aber wahr?
    Hier glaubt doch hoffentlich wirklich niemand, dass so träge Schiffe wie der Tanker Commerzbank so leicht umzusteuern sind, selbst wenn die Köpfe abgeschlagen werden. Eine Gesundung bedarf jahrelanger Geduld und eines Hoffnungsklimas in der gesamten Belegschaft, den Sachzwängen des Wettbewerbs zu entkommen oder zumindest Paroli zu bieten.

  • @Zwecker
    Sie bestätigen unbewusst 'surveyor' und seine Analyse:

    Die Dresdner Bank hatte Schuldenpapiere (Immo-Toxics) ohne Ende. Sowas hätte Blessing vorher mit der Allianz klären können.

    'Die Commerzbank hat in meinen Augen keine Zukunft. Zumindest nicht wenn sie so weiter macht wie bisher.'

    Ja, das stimmt heute. Aber das Ganze ist doch eine Folge der Belastungen durch die DB. Das Richtige wäre gewesen, nach einer gründlichen Analyse der DB den Laden eben NICHT zu kaufen. Das war Blessings Fehler!

  • lAWYER
    @Comerz_Bang
    Glauben Sie Bitte nicht daran, dass da was von Seiten der Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main (Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftsstrafsachen)kommen kann. Das habe ich schon vorgenommen, das Ergebnis war niederschmetternd. Die haben den Strafantrag, gem. §§ 263, 266 StGB einfach so abgewürgt. Habe auch die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main, Frau Dr.Walk wegen Strafvereitelung im Amt, gem § 258 a StGB i.V.m § 13 StGB bei dieser und bei dem Ministerpräsidenten des Landes Hesse Herr Bouffier eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht, weil die Frau Dr. Walk nichts unternommen hat.
    Die Strafanträge richten sich gegen alle Vorstandsmitglieder und Aufsichtsräte der Coba. Das kann dem HB auch zugestellt werden.

  • Von vernünftiger Personalpolitik hat Herr Blessing also auch keine Ahnung. So eine Maßnahme gehört vorher intern abgestimmt. Jetzt wird seine Personalpolitik in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Das kann doch nur sehr teuer werden für die Bank. Oder glaubt er, dass die beiden Betroffenen da noch kostenfrei mitspielen? Dieser Vorstandsvorsitzende ist einfach untragbar.

  • Sehe ich nicht so!

    Dresdner Bank hatte ein Gesicht und ein gesundes Privatkundengeschäft. Nach Volksbanken und Sparkassen war es die einzige Bank die Lokal ein Chance hatte.

    Die Commerzbank hat in meinen Augen keine Zukunft. Zumindest nicht wenn sie so weiter macht wie bisher.

    Gehen Sie man in einer Filiale von denen rein. Die Mitarbeiter sind völlig gefrustet von Druck und haben keine Leidenschaft mehr für Ihr Handwerk!
    Es werden systematisch Listen abgearbeitet und verkauft was das Zeug hält.

    Eine ordentliche Struktur ist da aber nicht wirklich zu erkennen.

    Um in Zukunft zu bestehen müssen Qualitativ hochwertige Beratungen her. Dazu müssen Mitarbeit auch motiviert wernden. Nicht durch Peitschenhiebe sondern durch gute Führungskräfte. Die gibt es, werden aber wohl nicht ran gelassen. Ego, Neid, Irrglaube sie wären zu jung usw usw.

    Es muss allgemein in der Finanzwelt ein Umdenken statt finden. Wird es aber nicht... Warum wenn alles noch schön funktioniert.

    Simply different ...

  • Blessing und sein jahrzehtelanger Gönner und Stangenhalter Müller sollten wegen des Verdachtes auf Untreue(fortgesetze Vernichtung von Firmen- und Aktionärsvermögen)gleich selber gehen.

    Das hätte den größtmöglichen positiven Effekt in jeder Hinsicht.

  • Blessing's Vater würde sich im Grabe drehen, wenn er wüsste, was sein 'Sohn' da bei der Commerzbank angerichtet hat:

    -- Kauf der Dresdner- 'Badbank' von der Allianz, ohne Sinn und Verstand
    -- Belastung der bereits im Aufschwung befindlichen COBA durch noch beschleunigten Erwerb dieser BadBank
    -- Hilfloses Taktieren bei der Fusion dieses sinnlosen Konglomerats

    Der Mann muß rasch in Rente geschickt werden, ehe er noch mehr Unheil anrichtet....

  • "Der Zwist hat demnach große Dimensionen, denn sowohl Aufsichtsratschef Chef Klaus-Peter Müller als auch Blessing sollen ihren Verbleib bei der Bank an die Entscheidung geknüpft haben."

    Schneller und günstiger bekommt man die beiden Hampelmänner Blessing und Müller doch gar nicht raus

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%