Verlust im ersten Quartal nicht ausgeschlossen: Weltbörsen machen Münchener Rück zu schaffen

Verlust im ersten Quartal nicht ausgeschlossen
Weltbörsen machen Münchener Rück zu schaffen

Der weltgrößte Rückversicherer Münchener Rück hat wegen der Börsenkrise und daraus resultierender Milliardenbelastungen in seinen Aktienbeständen 2002 die Gewinnprognosen der Branchenexperten verfehlt.

rtr/dpa MÜNCHEN. Der Jahresüberschuss im Konzern habe fast 1,1 Mrd. € betragen, teilte die Münchener Rück AG am Donnerstag mit. Im Vergleich zum Jahr davor (250 Mill. €), als die Versicherungsbranche von den Schadenbelastungen durch die Anschläge des 11. September in den USA schwer getroffen war, hat sich der Überschuss damit vervierfacht.

Von Reuters befragte Analysten hatten sich zuvor allerdings deutlich optimistischer geäußert. Sie prognostizierten im Durchschnitt für die Münchener Rücke einen Jahresüberschuss von 1,86 Mrd. €. Der Gewinn je Aktie schnellte nach Angaben des Konzerns auf 6,08 (1,41) Euro in die Höhe. Die Aktionäre sollen für 2002 eine unveränderte Dividende von 1,25 € je Anteilsschein erhalten.

Dem Münchener Unternehmen, das als weltgrößter Rückversicherer Risiken für andere Assekuranz-Konzerne übernimmt, machten im Berichtsjahr vor allem die schwachen Weltbörsen zu schaffen. Insgesamt 5,7 Mrd. € habe sie auf Wertpapiere abschreiben müssen, teilte die im Deutschen Aktienindex gelistete Gesellschaft mit. Im operativen Geschäft sprach das Unternehmen indes von Verbesserungen. Die Beitragseinnahmen seien 2002 um 10,8 % auf 40 Mrd. € gestiegen. Im laufenden Jahr 2003 erwarte die Münchener Rück eine insgesamt positive Weiterentwicklung, hieß es.

In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen, das auch in der Vermögensverwaltung aktiv ist und mit seiner Tochter Ergo ebenso das Erstversicherungsgeschäft betreibt, die Begebung einer nachrangigen Schuldverschreibung angekündigt. Mit dem Hinweis auf eine verschlechterte Kapitalbasis hatte die Ratingagentur Moody's am Dienstag das hohe Finanzstärke-Rating Aa1 der Münchener Rück auf die Beobachtungsliste für eine Abstufung gesetzt.

Verlust im ersten Quartal nicht ausgeschlossen

Der weltgrößte Rückversicherer schließt einen weiteren Verlust im ersten Quartal 2003 wegen der Börsenflaute nicht aus. „Das ist durchaus möglich“, sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag in München.

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