Verlustgeschäft
HSH verkauft Immobiliensparte für einen Euro

Einem Medienbericht zufolge hat die HSH Nordbank ein stattliches Verlustgeschäft gemacht: Für den symbolischen Preis von einem Euro hat die HSH Real Estate den Besitzer gewechselt – obwohl diese Milliarden verwaltet.
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HamburgDie HSH Nordbank hat einen Käufer für das verbliebene Geschäft mit Immobilienfonds gefunden. Die Tochter HSH Real Estate mit einem verwalteten Fondsvermögen von etwa zwei Milliarden Euro und Immobilienbeständen im Wert von rund 320 Millionen Euro werde vom Management übernommen, sagte ein Banksprecher am Montag in Hamburg. Zum Preis machte die Bank keine Angaben. Unklar ist, wie viel Schulden auf den Immobilienbeständen liegen.

Die EU hatte der HSH Nordbank vor einigen Jahren im Gegenzug für staatliche Milliardenhilfen zur Auflage gemacht, sich von Beteiligungen zu trennen und Geschäftsfelder zu verkleinern. Vor allem die Immobiliensparte wurde daraufhin zerlegt. Das Fondsgeschäft geht nun an den bisherigen Geschäftsführer Lutz von Stryk. Das verkleinerte Immobilienfinanzierungsgeschäft in Deutschland betreibt die HSH weiter.

Nach NDR-Informationen, jedoch ohne eine Quelle zu nennen, ist die HSH Real Estate GmbH im August 2013 für lediglich einen Euro veräußert worden. Dies berichtete NDR Info. Zu der Frage, weshalb lediglich ein symbolischer Kaufpreis vereinbart wurde, hätten sich weder die HSH-Geschäftsführung noch der Eigner der jetzigen HGA Real Estate äußern wollen. Ein Sprecher der HSH Nordbank lehnte auf Anfrage der dpa eine Stellungnahme ab. Vertreter der Hamburger FDP und der Partei Die Linke kritisieren das Geschäft laut NDR als nicht nachvollziehbar.

Auf Nachfrage von NDR Info teilte die HSH Nordbank mit, dass sie bei dem Geschäft keine Risiken aus der HSH Real Estate übernommen hat. Zu der Höhe des Verkaufspreises sowie zu weiteren Vertragsinhalten wollte sich die Bank mit Verweis auf eine „vertraglich vereinbarte Verschwiegenheit“ nicht äußern. Auch die HGA-Geschäftsführung wollte den Vorgang nicht kommentieren.

Bereits in den vergangenen Jahren waren einzelne Teile der HSH-Immobiliensparte verkauft worden. Die angeschlagene Bank, die zu 85 Prozent den Ländern Hamburg und Schleswig-Holstein gehört, erfüllt damit EU-Auflagen, die im Zuge der Beihilfevereinbarung beschlossen worden waren. Diese sehen unter anderem eine erhebliche Verkleinerung des HSH-Geschäftsbereichs vor – womöglich buchstäblich zu jedem Preis.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Interessante Fragen: Wie ist HGA RE (früher HSA RE) heute finanziert? Ist HGA RE durch die HSH Nordbank AG Gruppe fremdfinanziert (in irgendeiner Form, direkt oder indirekt, vollständing oder teilweise; hier sollte man vorsichtig sein, da das Management und der Aufsichtsrat es in der Vergangenheit geschickt vestanden haben, mit Worten zu spielen und die Situation der Bank zu ihren Gunsten zu praesentieren)? Haben HGA oder andere neue Investoren (ausser den HSH Nordbank Gruppe) HGA RE neues substantielles Eigenkapital zur Verfügung gestellt? Wenn kein neues substantielles Eigenkapital zur Verfügung gestellt wurde und HSH Nordbank Gruppe HGA RE fremdfinanziert hat, dann erscheint es sehr zweifelhaft, dass ein Transfer von Risiken stattgefunden hat und dass der Kaufpreis in Hoehe von 1 Euro angemessen ist. Ohne eine substantielle Neufinanzierung (ausserhalb der HSH Nordbank Gruppe) hat HSH Nordbank AG mit dem Verkauf fuer 1 Euro offensichtlich eine freie Option verspielt. Die Möglichkeit Geld zu machen (eine Option) hat immer ein Wert.

  • Dubiose Geschichte..Stefan Ermisch ist doch aktuell für die Finanzen bei der HSH Nordbank zuständig? Das sagt alles.

  • Ich glaube eher da hat eine dem Vorstand nahestehende Person ein Schnäppchen gemacht

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