Verlustwarnung unterdrückt?: Bei der HSH Nordbank bahnt sich offenbar neuer Ärger an

Verlustwarnung unterdrückt?
Bei der HSH Nordbank bahnt sich offenbar neuer Ärger an

Die HSH Nordbank kommt nicht zur Ruhe. Einem Bericht des Radiosenders NDR zufolge sollen wichtige E-Mails nicht weitergeleitet worden sein, in denen ein Mitarbeiter vor hohen Verlustpositionen warnte. Dies könnte auf HSH-Chef Nonnenmacher zurückfallen.
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HB HAMBURG. In der Führung der HSH Nordbank ist nach einem Bericht von NDR Info eine Warnung über drohende Millionenverluste möglicherweise wochenlang nicht weitergegeben worden. Ein Londoner Mitarbeiter habe im Herbst 2008 eine E-Mail an die Zentrale in Hamburg geschickt und vor einem der riskanten Omega-Geschäfte, das damals mit 260 Millionen Euro im Minus stand, gewarnt, berichtet der Radio-Sender. Die Mail endete mit dem Satz: "Was machen wir nun damit? Ich brauche Hilfe."

Es sei unklar, warum der damalige Finanzvorstand und heutige HSH - Chef Dirk Jens Nonnenmacher und sein jetziger Vorstandskollege Martin van Gemmeren die Informationen nicht an den damaligen Vorstand weitergeben hätten, so der Radiobeitrag. Der damalige HSH - Vorstandsvorsitzende Hans Berger habe davon erst drei Wochen später erfahren, nachdem er auf einer Pressekonferenz deutlich positivere Zahlen präsentiert hatte. Wenige Tage später zog die Bank die Gewinnprognose zurück, Berger räumte seinen Posten.

Dem NDR zufolge schließen mehrere an dem Geschäft Beteiligte aus, dass Nonnenmacher wochenlang nichts von den Warnungen gewusst habe. Als damaliger Finanzvorstand sei er auch für das sogenannte Group Risk Management zuständig gewesen, das den Notruf ausgesandt habe. Chef dieser Abteilung war damals van Gemmeren. Eine Sprecherin der HSH Nordbank sagte NDR Info, die verlustreichen Omega-Geschäfte seien zunächst auf der Arbeitsebene diskutiert worden. Es sei lange unklar gewesen, wie die Bank die Transaktionen verbuchen solle. Nach Klärung dieser Frage seien die Gremien umgehend informiert worden.

Die Bank und ihr Chef Nonnenmacher stehen seit Wochen durch Spitzel- und Intrigenvorwürfe unter Druck. Politiker hatten eine rasche Aufklärung gefordert.

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